Reise nach Vietnam, Kambodscha, Thailand und Hong Kong

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4. November 2006 / Chiang Mai

Die Unterschiede zwischen Vietnam und Kambodscha einerseits und Thailand andererseits sind frappant: Viel breitere Strassen, viel mehr Autoverkehr, weniger Fahrräder und Motorfahrräder, kaum Wasserbüffel auf den Feldern und in vielen Dingen halt einfach näher an der westlichen Welt.

Das Hotel 4 Seasons in Chiang Mai ist traumhaft. Die Anlage wurde um einen See und Reisterrassen gebaut und man kommt sich fast wie im Paradies vor. Der heutige Ausflug führte uns in ein Elefanten Camp. Beim Hotel wurden wir von zwei Wasserbüffeln begrüsst, die zum Hotel gehören, einem Albino und einem normalen Bullen. Gemäss unserem lokalen Führer sind Sie die reichsten Wasserbüffel der Welt, können sie es sich doch leisten, in diesem Hotel zu leben :-).

Elefantenfütterung Eine 40minütige Fahrt brachte uns zum Elephant Training Center Chiang Dao. Als erstes durften wir die Elefanten füttern und sie waren ganz gierig auf Bananen und Zuckerrohr. Dann war Badezeit für die Dickhäuter und sie schienen das Bad im Fluss sichtlich zu geniessen. Auf Geheiss ihres Mahuts spritzten sie sich gegenseitig an. Dann ging es zur „Arbeit“. Während einer kurzen Demonstration wurde uns vorgeführt, zu welchen Arbeiten diese Tiere fähig sind.

Elefantenreiten

Dann war Zeit für den Ausritt in den Dschungel. Immer zwei Personen nahmen auf dem Bank hinter dem Mahut Platz und wurden festgeschnallt. Anfangs kam es mir da oben doch sehr hoch vor, vor allem, als der Elefant auf einem Weg ging und daneben gleich eine ein paar Meter hohe Böschung zum Fluss hinunterführte. Aber nach ein paar Minuten hatte ich das Vertrauen in das Gurtzeug gefunden und ich genoss den Ritt sehr. Zuerst ging es dem Fluss entlang und dann einen kleinen Bach hinauf und wieder durch den Dschungel zurück zum Fluss und die letzte Wegstrecke watete der Elefant durch den Fluss. Wirklich ein Erlebnis.

Harte Arbeit auf dem Floss

Anschliessend bestiegen wir ein Bambus Floss und wurden – zusammen mit einem Picknickkorb auf eine Flussreise geschickt. Ein Einheimischer mit einem langen Bambusstab hielt uns auf Kurs und das war in den Passagen, wo der Fluss etwas schneller floss, ziemlich anstrengend. Einmal wären wir fast gestrandet, aber es ging alles gut und wir kamen nach ca. 45 Minuten am Ziel der Fahrt an, wo uns aufdringliche Händlerinnen (Frauen und Kinder) eines lokalen Volksstammes erwarteten. Die Rettung war der Bus, der uns zurück ins Hotel brachte.

Eigentlich wäre ein Besuch eines Nachtmarktes auf dem Programm gewesen, aber Larry überzeugte uns, dass wir unbedingt das jährliche Loy Krathong Festival, das an diesem Tag stattfand und wofür im Hotel ein spezieller Abend organisiert wurde, mitmachen sollten. Loy Krathong  ist ein Fest des Lichts: Hauptsache ist, dass alle ein „Float“ (= ein aus Pflanzen gebastelter Schwimmkörper) mit einer Kerze, Räucherstäbchen und etwas Persönlichem, wie ein Haarbüschel, versehen und dieses auf dem Fluss oder See – bzw. in unserem Fall auf dem Swimmingpool – aussetzen. Es soll alle bösen Gedanken und Geister weghalten.

Lichter am Loy Krathong Festival

Das Loy Krathong Fest im Hotel startete mit einem Umzug und jede Abteilung des Hotels hatte ein eigenes, liebevoll dekoriertes Float gebastelt und diese wurden im Umzug präsentiert und anschliessend von uns Gästen prämiert. Etwas lokale Musik und Tanz sollte Stimmung bringen und anschliessend durften wir an den Tischen am Pool Platz nehmen und das herrliche Buffet geniessen. Während des Essens gab es noch Tanz- und Showvorführungen und einen Schönheitswettbewerb, wo wir schon wieder die Jury waren. Schon den ganzen Abend konnten wir Heissluftballons am Himmel sehen und das Hotel hatte organisiert, dass auch hier solche Ballons aufstiegen und zwar in der Nähe des Sees. Wir wollten die Sache näher betrachten und suchten den schnellsten Weg zum Startplatz. Leider war dies in diesem Hotel nicht so einfach: Viele Wege sind dunkel und Schilder gibt es keine. So ging Thomas eine Treppe hinab und ich rannte ihm nach und rums bum bum bum lag ich am Fuss der Treppe und ein paar Kellner rannten aufgeregt auf mich zu. Da habe ich doch tatsächlich die Treppen von Angkor Wat unbeschadet überstanden und nun das. Die Knochenzählung ergab, dass wohl kaum etwas gebrochen sein konnte, aber Fuss, Hand und Steissbein taten weh.

Wir fanden anschliessend doch noch den Startplatz der Heissluftballone: Es war ein einfaches System, ein brennbares Ding, ähnlich einer Kerze, war an ein paar Drähte eingebunden und daran war ein nicht brennbarer Papiersack befestigt. Man musste nur noch die Kerze anzünden, etwas warten und schon schoss der Ballon in die Höhe. Sobald die Kerze erlöschte, fiel das Ding wieder auf die Erde zurück. Die Bedeutung ist wohl ähnlich, wie die des Floats und auch wir starteten unseren eigenen Ballon. Es war sehr schön, diese Lichter in den Himmel steigen zu sehen.

5. November 2006 / Chiang Mai - Bangkok

Am Morgen war ein „freiwilliger“ Shopping Trip (Silber und Lack) auf dem Programm, den wir ausliessen. Mein Steissbein tat noch immer höllisch weh, vor allem beim Sitzen und ich konnte mir noch nicht ganz vorstellen, wie ich den heutigen Reisetag überstehen sollte. Aber irgendwie ging es dann doch.

Wir gingen erst spät zum Frühstück und anschliessend machten wir noch einen kleinen Spaziergang zu den nahe gelegenen Antiquitätengeschäften. Am Mittag ging es Richtung Flughafen. Allerdings stoppten wir zuerst noch bei einer Schmetterlings- und Orchideenfarm. Der Flug ging von Chiang Mai zurück nach Bangkok und anschliessend mit dem Bus ins Shangri-la Hotel direkt am Fluss. Unser Zimmer hatte eine wunderschöne Aussicht über den Fluss und das Treiben darauf.

Meeresfrüchte soweit das Auge reicht

  Nur kurz konnten wir die Aussicht geniessen, denn wir sollten zum Znacht in ein Seafoodlokal, das unter dem Motto lief: „If it swims, we have it“. Das Konzept dieses riesigen Lokals mit etwa 70 Köchen war, dass man zuerst mit einem Einkaufswagen auswählt, was man gerne zubereitet hätte und dann dem Kellner mitteilt, in welcher Zubereitungsart man die Speisen möchte. So kann man steuern, welche Speisen auf dem eigenen Teller landen. Für uns wäre das allerdings nicht praktikabel gewesen, so hat Tauck eine Vorauswahl getroffen, aus der wir auswählen konnten. Meine „steamed Crabs“ war jedenfalls hervorragend.

Thomas schält sich aus dem Tuc-Tuc

Bei der Rückfahrt konnte man wählen, ob man noch einen Abstecher in einen Nachtmarkt machen wollte oder direkt ins Hotel. Wir bestiegen ein Tuc-Tuc, eine Art Cyclo mit Motor und fuhren – unter Polizeibegleitung - zurück ins Hotel. Die Fahrt war schön und interessant, aber für mein Steissbein eine weitere Tortur.

Zurück im Hotel war der Abend noch nicht vorbei: Zu Ehren des Loy Krathong Festes gab es über dem Fluss jede Menge Feuerwerk, zum Teil direkt vor unserem Hotelfenster: Es war eine wahre Pracht.


6. November 2006 / Bangkok

Liegender Buddha in Wat Pho

In Bangkok gibt es über 400 Tempel, allerdings hatten wir nicht den Ehrgeiz, alle 400 zu besuchen und beschränkten uns auf die schönsten: Wat Pho, der liegende Buddha, war die erste Station. Der 46 Meter lange, in einem Tempel liegende, goldene Buddha ist schon beeindruckend. Wie allerdings in den Kirchen von Südamerika mit ihrem überschwänglichem Goldschmuck frage ich mich auch hier, ob für das Gold nicht noch sinnvollere Verwendung gefunden werden könnte. Neben dem liegenden Buddha gibt es hier noch andere, kleinere Tempel und Pagoden mit wunderschön verzierten Ornamenten.

Grand Palace

Noch etwas länger dauerte der Rundgang im Grand Palace, dessen Höhepunkt der Smaragd Buddha war. Aber auch die riesigen Wächter und die vielen Pagoden haben es mir angetan. Die Schönheit scheint nun das viele Gold zu rechtfertigen.

Da Bangkok von Wasser dominiert wird (der Fluss hatte ziemlich Hochwasser und teilweise war sogar die Frühstücksterrasse unpassierbar), war es nur logisch, dass wir mit einem Boot zum Mittagsrestaurant dem Supatra River House fuhren, wo wir – einmal mehr – ausgezeichnet verköstigt wurden. Anschliessend fuhren wir mit dem Schiff zum Hotel zurück und den Nachmittag war zur freien Verfügung. Einerseits um die vielen verschiedenen Eindrücke der vergangenen Tage zu verarbeiten und andererseits um meinem Steissbein etwas Ruhe zu gönnen, erlaubten wir uns einen faulen Nachmittag am Pool des Hotels.

Zum Znacht hatten wir uns mit unseren Freunden Vicki, Barbara und Dan im japanischen Restaurant des Hotels verabredet und genossen – wiedereinmal – Seafood, das gleich an unserem Tisch zubereitet worden ist.

7. November 2006 / Bangkok

Die erste Station war der Vinmanmek Palast, das grösste goldene Teak Gebäude der Welt. Aus meiner Sicht keine Sehenswürdigkeit, die man gesehen haben muss. Dann bestiegen wir ein Boot und fuhren zu den Klongs den Kanälen des Flusses. Leider spielte der hohe Wasserstand auch hier den Spielverderber, konnten wir doch nicht in die kleinen Kanäle einfahren. Am Wendepunkt des Bootes fütterte der Führer die Fische und es tauchten zahlreiche Welse auf und stritten sich um das Futter. Ich hätte nicht gedacht, dass es so viel Leben in diesen Gewässern gibt.

Der Nachmittag war zur freien Verfügung. Wir entschieden uns mit dem Skytrain zu einer Mall zu fahren. Zuerst besuchten wir die MBK Mall, wo eher Thailänder sich tummeln und es auch recht voll war. Dann wechselten wir zur Siam Paragon Mall, dem Mekka für Millionäre und dementsprechend wesentlich stiller und vornehmer. Hier gab es alle Luxusgüter, die man sich denken kann, vom riesigen B&O Fernseher über Armani Kleider bis zum Luxusauto. Anders als bei den Mitreisenden, die in einer Bijouterie waren, war es für uns ein günstiger Nachmittag...

Thailändische Tänzerinnen

Am Abend hiess es schon Abschied nehmen von einem Teil der Reisegruppe. Auch Vicki, Barbara und Dan würden von Bangkok aus nach Hause fliegen und nur 14 werden den Abstecher nach Hong Kong mitmachen. Ein Abendessen mit thailändischen Musik- und Tanzvorführungen sollte diesen Teil der Reise beschliessen.

8. November 2006 / Bangkok nach Hong Kong

Zwei Stunden dauerte der Flug von Bangkok nach Hong Kong. Obwohl ich letztmals ca. 1990 in Hong Kong gewesen war, kam mir die Stadt sehr bekannt vor. Natürlich sind einige Hochhäuser dazu gekommen, aber das Gesicht der Stadt ist gleich geblieben. Ich hatte immer vor, noch vor dem Wechsel zu China 1997 nochmals Hong Kong zu besuchen, aber habe es irgendwie nicht geschafft. Allerdings konnte ich nun feststellen, dass sich in den letzten 10 Jahren nicht viel verändert hat, der Übergangsvertrag zwischen China und Grossbritannien läuft noch 40 Jahre und so lange wird wohl die Sonderstellung von Hong Kong noch bleiben. Eine grosse Veränderung stellte ich allerdings später fest, nämlich was die Preise betrifft. Ich hatte bisher auf dieser Reise kaum etwas eingekauft und habe alles auf Hong Kong verschoben. Es stellte sich aber heraus, dass die Preise hier nicht mehr ganz so günstig sind, wie früher, es lohnt sich kaum mehr, etwas aus dem Bereich der Elektronik zu kaufen, wenn die Preisdifferenzen zur Schweiz im Bereich von 5% sind. In Restaurants sind die Preise sogar teurer als bei uns, allerdings stimmt durchaus auch die Qualität.

Ausblick bei Nacht Wir stiegen im legendären Peninsula Hotel ab, das früher direkt am Wasser gelegen war. Nun liegt zwischen dem Wasser und dem Hotel neben einer stark befahrenen Strasse auch noch ein Museum, ein verzweifelter Versuch, Hong Kong etwas mehr Land zu verschaffen. Trotzdem ist das Peninsula natürlich nach wie vor an einem zentralen Ort, nur ein paar Schritte von der Star-Ferry, der Fähre zwischen dem Festland Kowloon und der Insel Hong Kong, entfernt und auch die Haupteinkaufsstrassen sind alle gleich um die Ecke. Auch das Zimmer liess keine Wünsche offen. Alles war vom Bett aus fernsteuerbar, was allerdings Thomas fast zur Verzweiflung brachte und Highspeed Internet war, anders als in vielen Hotels, standardmässig verfügbar. Kaum waren wir im Zimmer wurde uns schon der Begrüssungstee serviert. Ich hatte mir vorher die Homepage des Hotels  angeschaut und mir gefiel sofort das Schwimmbad, das sich im 8. Stockwerk befand und einen schönen Ausblick auf Hong Kong Island bot. In diesem Schwimmbad liess es sich gut erholen von den anstrengenden Tagen.

Auch wenn die Tage in Hong Kong viel weniger verplant waren (als die vorhergehenden fast drei Wochen) und wir viel freie Zeit zum Hong Kong selbst entdecken hatten, war Tauck nach wie vor besorgt, dass wir nicht verloren gingen. Larry gab uns einen Crash Kurs über das Verhalten in Hong Kong und Tipps, wo was zu sehen und zu kriegen war und wo man besser nicht einkauft. Wir machten uns auf einen kleinen Spaziergang in der Umgebung. Alle paar Schritte tönte es von überall her: "copy watch" oder "copy handbag" oder beides. Da wären also die günstigen Waren gewesen, allerdings nicht ganz legal ... Mit der Zeit lernten wir diese Plage zu ignorieren. Unser Weg führte auch am Star House vorbei, wo ein grosser chinesischer Arts and Crafts Laden war. Wir bewunderten die filigranen Elfenbeinschnitzereien und die vielen anderen handwerklichen Erzeugnisse und ich erinnerte mich an die China Reise vor knapp 20 Jahren, bei der mir klar wurde, wie wenig wert die chinesische Arbeitskraft war und wie viel Zeit deshalb die Künstler für ihre Werke aufwenden können. Wir spazierten dem Wasser entlang zurück zum Hotel und genossen die Aussicht im Licht der bald untergehenden Sonne.

Felix Am Abend konnten wir aus den verschiedenen Restaurants im Hotel auswählen, wo wir essen wollten. Die meisten Mitreisenden entschieden sich fürs Gaddi's, ein französisches Lokal in dem für die Herren ein Anzug Pflicht war, weshalb dies für uns nicht in Frage kam. Aus diesem Grund wählten wir das Felix, ein vom Designer Philippe Starck gestaltetes Lokal, im obersten Stockwerk des Hotels mit Ausblick auf die Lichtshow, die jeweils am Abend zwischen Kowloon und Hong Kong Island stattfindet. Aber nicht nur Innenausstattung und Aussicht stimmten im Felix, sondern auch das Essen.

9. November 2006 / Hong Kong

Am Vormittag war der Besuch der Hong Kong Island auf dem Programm und zuerst bestiegen wir das Tram, eine Drahtseilbahn, auf den Peak, von wo man eine wunderbare Aussicht über Skyline von Hong Kong Island und Kowloon hat. Erstaunlicherweise sieht man auf der anderen Seite des Peaks eine Menge Natur und es habe viele Wanderwege über die Insel.

Panorama vom Peak

Aberdeen
Ein Bus holte uns auf dem Peak wieder ab und wir fuhren über die Insel nach Aberdeen. Dies war für mich die grösste Enttäuschung der ganzen Reise. Ich erinnere mich an Aberdeen von unserer ersten Reise nach Hong Kong im Jahr 1985 und damals war dies ein pulsierendes, schwimmendes Fischerdorf. Überall Menschen, die auf den Booten lebten und ihren täglichen Verrichtungen nachgingen. Sogar kleine Hühnerhäuser hingen an den Booten. Ein paar Boote sind noch da, aber kaum mehr Menschen und man hat das Gefühl, dass diese letzten Boote in erster Linie für die Touristen da sind. Auch wenn ich mir bewusst bin, dass die Fischerleute in den umliegenden Hochhäusern ein gesünderes Leben haben als auf den ständig feuchten Booten, ist dies halt doch wieder ein Stück Kultur, das verschwunden ist.

Die letzte Station dieses Morgens war Stanley Market, ein Markt vor allem für Touristen. Wir kauften T-Shirts für unsere jüngsten Patenkinder Milli und Dominik und auch eines für mich, mit meinem Namen in chinesischen Buchstaben.

Für das Mittagessen gingen wir in ein Dim Sum Lokal, nicht weit vom Hotel entfernt (ein Tipp von Larry). Dim Sum sind eine Art chinesische Ravioli, also Teigtaschen mit verschiedensten Füllungen. Hier stellten wir fest, dass Englisch hier doch eine Fremdsprache ist. Die wenigsten Mitarbeiter in diesem Restaurant verstanden etwas anderes als Chinesisch, aber immerhin waren die Menus zweisprachig und so kam man auch ans Ziel. Wir wählen aus der reichhaltigen Auswahl ein paar Kostproben und liessen es uns schecken.

Tram of Hong Kong Island Frisch gestärkt machten wir uns auf in Richtung Star Ferry und querten rüber auf Hong Kong Island. Dort bestiegen wir die erste der doppelstöckigen Strassenbahnen, die an der Station anhielt und stiegen hinauf zum Oberdeck, was für Thomas wieder mal eine schwierige Angelegenheit war. Die Strassenbahnen waren eher nicht für Touristen wie ihn gebaut... Schon bald leerten sich die vordersten Bänke und wir hatten einen Logenplatz und liessen uns durch die überfüllten Strassen chauffieren. Ein super Ausblick auf das Treiben rund um uns herum. Wir blieben bis zur Endstation "Happy Valley", der Pferderennbahn, sitzen und kehrten dann wieder zum Ausgangspunkt zurück.

Das Abendessen war erstmals wieder von uns selbst zu organisieren und zu bezahlen. Auf den Tauck-Touren gewöhnt man sich nur allzuleicht daran, dass man beim Essen lediglich unterzeichnen muss und nur die alkoholischen Getränke selbst bezahlt. Auf Empfehlung von meinem Schwager Beni hatte ich für diesen Abend einen Tisch im Restaurant Aqua bestellt. Auch das Aqua war nur ein paar Schritte von unserem Hotel entfernt und einmal mehr genossen wir die tolle Aussicht und die Laser Show. Auch das Essen war ausgezeichnet, aber knapp Fr. 200.- für eine Vorspeise, eine Hauptspeise und ein Bier ist schon ein stolzer Preis, aber die Aussicht muss man schliesslich auch bezahlen.

10. November 2006 / Hong Kong

Bird Park Beim Ausflug von heute blieben wir auf dem Festland, in Kowloon und streiften die New Territories. Die erste Station war der Yuen Po Street Bird Garden. Wenn etwas in Hong Kong knapp ist, dann ist es der Wohnraum. Paulie, unsere lokale Führerin, erzählte uns, dass sie keinen Platz für einen Esstisch habe. Wenn sie zu Hause isst, dann nimmt sie einen aufklappbaren Servierboy um den Teller darauf zu stellen. Gäste lädt man eher auswärts ein. Mit dieser Hintergrundinformation ist es auch verständlich, dass die Hong Kong Chinesen wenig Platz für Haustiere haben. Deshalb sind kleine Singvögel als Haustiere sehr beliebt und werden verwöhnt und gehätschelt und im Bird Garden zum Spazieren ausgeführt. Da hängen die Eigentümer die Volieren an die Bäume, damit die Vögel sich mit Artgenossen unterhalten können.

Mann bei der Vogelauslese Es ist wirklich süss, mit welcher Hingabe die Vogelbesitzer ihre Lieblinge auswählen und pflegen. Im Bird Garden konnte man auch Futter und Vögel kaufen und wir beobachteten einen älteren Chinesen, der während unseres ganzen Besuchs konzentriert vor gestapelten Käfigen sass und die Vögel beobachtete um auszuwählen, welcher zu ihm passt. Das schien eine sehr ernste Angelegenheit zu sein. In der Nähe des Bird Gardens waren viele Blumengeschäfte, die wir uns auch noch anschauten.

Der Besuch eines chinesischen, taoistischen Tempels durfte auch nicht fehlen. Ich kam mir da etwas fehl am Platz vor, als wir die Gläubigen beim Ausüben ihrer Riten beobachteten.

Seefood Geschäft Weniger störend waren wir im Lei Yue Mun Market, einem Seefood Markt für Einheimische. Die Chinesen kaufen oft die Zutaten frisch ein und lassen sie in einem Restaurant zubereiten. Krabben, Muscheln, Schecken, Fische, Hummer und sonst noch alles, was das Meer hergibt, kann man hier frisch, das heisst noch lebend, finden.

Mittags waren wir im TGI Fridays, ja auch das gibt es in Hong Kong. Später probierten wir noch die Untergrundbahn aus und erkundeten die etwas besseren Elektronikläden. Aber auch da waren die Preise nicht besonders günstig, so dass wir zurück ins Hotel gingen und nochmals das Schwimmbad genossen. Abends war dann Zeit auch von den übrigen Mitreisenden Abschied zu nehmen.

11. November 2006 / Hong Kong

Unser Flug ging, anders als derjenige der Mitreisenden, erst am Abend, weshalb wir noch einen Tag zur Verfügung hatten. Ich hatte mich entschlossen, nicht zuletzt aus Rücksicht auf mein noch immer schmerzendes Steissbein, das Zimmer noch bis zum Abend zu behalten, was sich als äusserst sinnvoll erwies. Wir entschlossen uns, das Historische Museum von Hong Kong zu besuchen und spazierten vom Hotel dorthin. Dieses Museum ist toll gestaltet, modern und lehrreich. Auch wenn wir nicht die ganze Ausstellung gesehen haben, war uns der Werdegang von Hong Kong nun viel klarer.

Müde fuhren wir mit dem Taxi zurück zum Hotel und wollten etwas später im Restaurant in der Hotel Lobby ein "High Tea" nehmen, ein Zvieri, das sich in den von den Briten kolonialisierten Gebieten in Asien noch heute traditionell hält. Das Restaurant war gut besetzt, aber wir sahen einige, wenige leere Tische. Ein Ober fragte uns, ob wir im Hotel wohnen und als wir bejahten, hiess er uns zu warten. Für unsere Begriffe warteten wir lange und wollten schon fast wieder gehen, als wir doch noch einen Tisch ergatterten. Erst später sahen wir die unendliche Schlange von Leuten, die einen Tisch wollten (und nicht im Hotel wohnten...).

Gegen Abend holte uns ein lokaler Führer ab und liess uns nicht aus den Augen, bis wir erfolgreich eingecheckt hatten. Tauck wollte auch da kein Risiko eingehen... Der Heimflug war - dank ein paar Schmerzmitteln - recht angenehm und nach einem erneuten Aufenthalt auf dem neuen Flughafen von Bangkok landeten wir am nächsten Morgen gut in Zürich.

Ereignisreiche und abwechslungsreiche drei Wochen haben wir erlebt und zusammenfassend kann ich sagen, dass so unterschiedlich die bereisten Länder auch sind, sie eines gemeinsam haben, nämlich die freundliche Gastlichkeit.

The End

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