Reise in die Seychellen 2009

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3. Teil - 19. bis . März 2009


Donnerstag, 19. März 2009 / Poivre Atoll Amirantes

Birder beim Birden

Dass wir wieder in etwas "bewohnterem" Gebiet angekommen waren, zeigte der Flughafen, der an diesem Morgen als Ziel der Birder auf dem Morgenspaziergang war. Es war wieder mehr "klassisches" Birden, das mir etwas weniger behagt. Thomas und ich kehrten deshalb relativ früh zum Landeort zurück und beobachteten von da aus die Aktivitäten: Jede Menge Fairy Terns und verschiedene Noddies bevölkerten die Bäume über uns.

Sergeant MajorDer zweite Teil des Morgens gehörte wiederum dem Schnorcheln:

Relativ klares Wasser erleichterte das Fotografieren und es gelangen mir endlich ein paar Aufnahmen von Seargent Major, relativ kleine Fische, die sich gerne gleich unter der Wasseroberfläche aufhalten.

Erstaunlich waren grosse Schwärme dieser gelb-silbrigen Fische, die fast unbeweglich im Wasser schwebten und nur die Bewegungen der Dünung mitmachten. Das war neu für mich.

SeesternRochen Nachmittags hatten wir mal wieder die Wahl zwischen einem Landausflug und einem Schnorchelgang und wir wählten..... das Schnorcheln.

Erstaunlich war, dass wir fast auf jedem Schnorchelausflug wieder etwas Neues entdecken konnten. Diesemal waren es verschiedene Seesterne, in gelb und schwarz, die ich vorher noch nicht gesehen hatte.

Erst gegen Ende des Ausfluges kamen noch drei Rochen dazu, die sich leider schon im Sand eingegraben hatten. Schade, ich hätte die gerne durchs Wasser gleiten sehen. Aber immerhin haben wir sie überhaupt gesehen.

 

Freitag, 20. März 2009 / Cousin und Silhouette

Fairy Terns im FlugWhite-tailed Tropicbird auf dem NestJunges Fairy TernCousin ist die Nachbarinsel von Cousine, letztere wird saisonweise privat vermietet, wohl nicht ganz billig. Cousin aber ist ein Naturschutzgebiet, das man mit Führern und unter Beachtung gewisser Regeln besuchen darf. Ich verstand anfangs nicht, weshalb der Führer zweimal betonte, dass man beim Fotografieren keinen Blitz verwenden darf. Bald schon war mir es klar, waren die Lichtverhältnisse unter dem Blätterdach doch mehr als schwierig. Ich hielt mich aber an das Verbot und versuchte mit der ISO-Einstellungen etwas mehr herauszuholen, was teilweise auch gelang. Um mich herum blitzte es aber dauernd und mir wurde wiedermal bewusst, wie wenig die Leute ihre Kameras verstehen (Analogie zu den Fussballstadien mit Blitzlichtgewittern ist durchaus gewollt :-)).

Auf diesem Spaziergang musste man aufpassen, dass man die brütenden White-tailed Tropicbirds nicht übersah, sassen sie doch bewegungslos direkt neben dem Weg, meistens in der Wurzel eines Baumes. Das Exemplar rechts war endlich mal ein Tier in der Sonne. Die Frage nach dem Zweck der Schwanzfeder ist für mich noch nicht beantwortet...

Auch fast zu übersehen waren die jungen Fairy Terns, die meist auf einem Ast bewegungslos auf ihre Eltern und Futter warteten. Niedlich, nicht?

Auf diesem Spaziergang begegneten wir auch noch vielen Geckos, ein paar Schildkröten, Noddies, Magpie-Robins, die äusserst gefährdet sind und nur noch ca. 200 Tiere gezählt werden und einigen Singvögel.

Der Nachmittag gehörte Silhoutte, wo wir ein Schildkröten-Zucht- und Forschungsprojekt besichtigten.

Samstag, 21. März 2009 / Praslin und La Digue  

Der heutige Tag war den beiden letzten, seltenen, endemischen Vogelarten gewidmet, die wir bisher noch nicht gesehen hatten. Zuerst der Black Parrot und am Nachmittag der Paradise Flycatcher.

Schwarzer PapageiSchwarzer PapageiAuf der Insel Praslin gibt es das zweite UNESCO Weltnaturerbe der Seychellen, nämlich das Vallée de Mai. Es ist ein dichter Wald mit den verschiedensten Pflanzen, vor allem aber der Coco de Mer Palme. Wir warteten vorerst noch etwas auf dem Parkplatz, ob sich der Black Parrot (schwarzer Seychellen-Wasapapagei oder Schwarzpapagei genannt) zeigt und nur kurze Zeit später überflog ein Exemplar unsere Gruppe. Tatsächlich machte er auch auf einem der Bäume um uns herum Rast und wir sahen auch später - im Wald - diesen seltenen Vogel noch einige Male.

Es ist eigentlich nicht richtig, dass hier nur Black Parrot Fotos aufgeführt sind, gab es doch im dichten Wald (mit schwierigen Lichtverhältnissen) noch viel mehr zu sehen. Unsere junge Führerin kannte sich mit den Pflanzen und Tieren, vor allem Geckos aus und wusste zu allem etwas Interessantes zu erzählen. Barry meinte beim Recap, dass er wohl erstmals in seiner Karriere, ein "Slug" (= eine Nacktschnecke) in seinem Telescop gezeigt habe. Da machte ich allerdings nicht mit, ein Bild von einer Nacktschnecke? Nö, brauche ich nicht :-).

Gecko auf PalmenblätterGecko auf Coco de Mer PalmeWenn ich es mir recht überlege, müssen da aber noch zwei Geckobilder rein, ein Gecko auf einem Palmenblatt und einer auf einer männlichen Coco de Mer Palme.

Der Besuch im Vallée de Mer zeigt, wie die Inseln vor der Besiedlung durch die Menschen wohl ausgesehen haben. Die Seychellen sind erst seit ca. 200 Jahren besiedelt und es gibt keine eigentlichen Ureinwohner. Das hatte einen grossen Einfluss auf die Natur der Inseln und hat diese in vielen Teilen ursprünglich bleiben lassen.

Die Granitinseln sind alle nicht weit auseinander, so genügte die Mittagspause um von Praslin nach La Digue zu gelangen. Auf La Digue hatte ich den Eindruck, dass diese Insel wohl ausschliesslich von Touristen lebt.

Paradise Flycatcher - MännchenParadise Flycatcher - WeibchenParadise Flycatcher - fliegendes MännchenWir wurden in offene Wagen verladen und zu dem Waldstück gefahren, wo sich die Paradise Flycatcher aufhalten sollen. Auch da mussten wir nicht lange warten, bis sich im Blätterwald über uns etwas tat. Tatsächlich ein Pärchen flog um uns herum und das Weibchen liess sich sogar auf einem gut beleuchteten Zweig in der Nähe nieder.

Das war ja einfach.

Strand auf La DigueDer "Bus" fuhren uns weiter zu einem Hotel, dessen Strand idyllisch sein sollte. Allerdings war der Strand doch noch etwas weiter weg und wir verzichteten auf den Spaziergang dahin.

Eine Aufregung unter den Birdern: Eine Roseate Tern soll gesichtet worden sein, für den Führer Ross wäre das ein neuer Vogel auf seine "Lebensliste". Thomas und ich sassen am nächsten Morgen mit ein paar Führern beim Frühstück zusammen und noch immer wurde diskutiert, ob das nun tatsächlich eine Roseate Tern oder "bloss" eine Common Tern gewesen sei. Offenbar konnte das definitiv nur geklärt werden, wenn man den Vogel im Flug gesehen hätte. Peter meinte, er haben den fliegenden Vogel gesehen und es sei ganz klar eine Roseate Tern gewesen. Die anderen glaubten das nicht so recht. Wir müssen nun wohl mit der Unsicherheit leben :-).

Auf La Digue war eine der wenigen Möglichkeiten zum Shoppen und das nützten wir auch aus...

Sonntag, 22. März 2009 / Aride und Curieuse

Auch Aride ist ein Naturschutzgebiet und hat seine Regeln, zum Beispiel darf man da nur mit den Booten der Insel anlanden und auf diesen Booten durfte man nicht auf dem Gummi sitzen, sondern nur am Boden, womit nasse Hosen nicht verhindert werden konnten. Ob diese Regel triftige Gründe hat (zBsp. ob verhindert werden soll, dass Ratten auf die Insel gelangen oder ob die eigenen Boote und Bootsführer den schwierigen Strand besser kennen) oder ob es nur um Wirtschaftsförderung (die Boote müssen wohl auch bezahlt werden), entzieht sich meiner Kenntnis.

Magpie-Robin

NoddyDer Ausflug ist allerdings den nassen Hosenboden wert. Kaum unterwegs präsentierten sich uns einige der so seltenen Magpie-Robins und hier war blitzen mit dem Fotoapparat nicht verboten, zum Glück.

Junger Whitetailed TropicbirdUnterwegs war es aber nicht minder interessant: Viele Noddies, auf Nestern, auf Bäumen oder in der Luft, meine Lieblinge, die Fairy Terns, aber auch wieder brütende Whitetailed Tropicbirds und sogar schon ein paar Junge, wie das flauschige Knäuel auf der rechten Seite.

Nach einiger Zeit hiess es, dass man nun einen "Berg" besteigen könne, es sei allerdings recht steil und unwegsam, aber wir hätten zwei Stunden Zeit. Ich hatte zwar nur meine Teva-Sandalen an, aber versuchte es doch, den Hügel zu erklimmen. Immer mal wieder gab ich auf, und gab danach das Aufgeben ebenfalls auf. Als ich sah, dass unsere über 80jährige Kajütennachbarin langsam und stetig bergauf wanderte, beschloss ich endgültig weiterzugehen und bereute den Entscheid nicht.

AussichtDie Aussicht war wunderbar und vor uns ein Schauspiel von vorbeifliegenden Fregattvögeln, Tropicbirds und Sooty Terns, die viel Lärm machten.

Gestärkt vom Wasser von Elodie machten wir uns auf den Abstieg und der war weniger schwierig als ich mir das vorgestellt hatte, die Sandalen gaben mehr Halt als erartet und die Knie liessen mich nicht im Stich. Trotzdem war ich froh, als wir wieder unten waren.

Der Weg zurück war der gleiche und wir genossen nochmals die Natur mit den vielen Vögeln um uns herum.

Am Nachmittag hatten wir die Wahl zwischen einem letzten Schnorchelgang oder einem Ausflug auf die Insel Curieuse. Myriam, die Cruise-Direktorin, meinte, dass wir vom Schnorcheln enttäuscht sein werden und versuchte uns für den Spaziergang zu begeistern. Ich war aber noch müde vom morgendlichen Spaziergang und wollte sowieso lieber schnorcheln, Thomas hingegen liess sich umstimmen und wir haben es wohl beide nicht bereut.

White tipped Reef SharkWhitetip Reef SharkSo ging ich erstmals allein zum Schnorcheln. Myriam hatte soweit recht, als es hier kein farbiges Riff gabe und nur wenige Korallen zu entdecken gab. Es waren aber ein paar Steinbrocken gleich vor der Küste und um die herum gabe es jede Menge Fische und Getier. So sah ich erstmals eine Moräne, die zwischen zwei Felsbrocken auf ihre Beute lauerte.

Nur etwas später erfüllte sich mir noch ein Wunsch: Ein Hai, der mir entgegenschwamm. Wie ich auf Grund der Fotos herausgefunden habe, handelte es sich um einen Whitetip Reef Shark. Ich schätzte ihn so auf eineinhalb Meter und wie ich später herausfand, ist das durchaus eine normale Grösse für diesen Hai. Langsam und elegant schwamm er mir entgegen und ich versuchte, neben dem Fotografieren, mit ihm "Schritt" zu halten. Da erst relativierte es sich, wie langsam er sich bewegte. Trotz Flossen hielt ich nur hundert oder zweihundert Meter mit und musste ihn dann ziehen lassen. Für mich war das aber ein Highlight.

See-IgelSeeigel waren mir vorher nicht aufgefallen, vielleicht gab es sie nicht, oder sie gingen in der Menge anderer Kreaturen unter. Hier gab es sie aber massenhaft.

bluestriped surgeonGemäss Patrik ist das ein Bluestriped Surgeon, der sich da vor meiner Kamera räkelte. Myriam war also im Unrecht, es war durchaus spannend, was uns da geboten wurde. Sie meinte es aber sicher nicht bös.

Der Höhepunkt - neben dem Hai - kam aber ganz zuletzt. Ein Lionfish, auf Deutsch ein Rotfeuerfisch, zeigte sich uns und plusterte sich vor uns auf. Mit den letzten Batteriekräften gelang mir noch dieses Bild von diesem ungewöhnlichen Fisch.

Lionfisch

 

Dann war es Zeit, von der Le Ponant, den Mitreisenden, der Besatzung und den Inseln der Seychellen Abschied zu nehmen. Es waren tolle 11 Tage an Bord.

Montag, 23. März 2009, Dienstag, 24. März 2009 / Mahé - Banyan Tree

Der Abreisetag ist meist so mühsam wie der erste Tag. Schon früh musste das Gepäck bereit sein, wir konnten noch etwas länger schlafen, was aber nur theoretisch war. Rund um uns herum waren schon um 6 Uhr die ersten Abreisen zum Flughafen. Wir hingegen waren die letzten, die von Bord gingen. Zu meiner Überraschung wurde für uns nicht nur ein Transport zu unserem Hotel organisiert, sondern dieser war auch bezahlt.

VillaAussicht aus der DuschePool und HalleDas Hotel Banyan Tree wählte ich, weil mir Christina dieses Hotel mit den Worten empfahl, dass es das beste Hotel sei, das sie je besucht habe. Es ist sicher auch bei mir in der Topkategorie.

Wir wurden empfangen und konnten gleich nochmals zum Frühstück, was allerdings das am wenigsten Aufregendste des ganzen Hotels war. - Anschliessend wurden wir zu unserem Zimmer, ups nein, Zimmer gibt es hier nicht, nur Villas, also zu unserer Villa geführt, in einem Golfwägelchen. Es wäre zu Fuss auch relativ weit von der Lobby gewesen.

Ich hatte bewusst keine Strandvilla, sondern eine Villa on the Rocks, reserviert, da wir ja bereits 2 Wochen auf Wasserhöhe gelebt hatten. Tatsächlich genossen wir die Aussicht über die Felsen und die Bucht sehr. Das Hotel liess keine Wünsche offen, man konnte sogar von einem Bademenu auswählen (d.h. sich ein Bad nach seinem Geschmack mit den vorgegebenen Zutaten (inkl. Champagner) vorbereiten lassen). Bad ist ein weiteres Stichwort: Die riesige Badewanne war gleichzeitig eine Dusche mit Aussicht (Bild ganz rechts). Man kann sogar die Fenster öffnen und ist trotzdem von fremden Blicken geschützt. So duscht es sich viel schöner :-).

Vor der Villa war eine gedeckte Halle auf der man essen konnte und gleich davor der private Pool oder eher Püüli, war er doch nur etwa 2x6 Meter gross, aber gross genug um Abkühlung von der grossen Hitze zu erhalten. Ebenfalls auf dem Vorplatz gab es noch einen Whirlpool.

Wir verbrachten den Montag und Dienstag ausschliesslich im Hotel, fuhren mit dem Buggy zum Strand und genossen nochmals die Wärme des Indischen Ozeans. Zwar nur eine Brecherwelle zu überwinden, aber das Wasser hat eine starke Wucht und man musste beim Queren der Brecherlinie aufpassen.

Am Montagabend besuchten uns Bennie und Ann-Marie, unsere belgischen Freunde, zum (ausgezeichneten) Thai-Essen in unserem Hotel. Sie hatten einen verlässlichen Taxifahrer gefunden, den wir gleich auch noch für unsere Fahrt zum Flughafen buchten.

 

Mittwoch, 25. März 2009 / Mahé - Heimflug

Der Taxifahrer war pünktlich und wir waren rechtzeitig am Flughafen, rechtzeitig in Doha und auch rechtzeitig in Zürich. Ein ereignisloser Heimflug, so wie man sich das wünscht.

Die Reise auf die Seychellen war kurzentschlossen und ich liess mich auch jeden Tag überraschen, was wir erleben sollten. Das war auch gut so. Es ist so auch falsch zu sagen, dass die Reise meine Erwartungen übertroffen habe, hatte ich doch keine. Aber mit meinem heutigen Wissen würde ich sicher wieder hinfliegen. Das Schnorcheln war einfach toll und die Landausflüge gut bis spitze. Wir haben sicher wesentlich mehr gesehen als der durchschnittliche Seychellentourist. Für mich war auch die Mischung zwischen Land und Wasser und die Wahlmöglichkeiten gut. Alles in allem: Einfach toll.

Ende des Reiseberichts


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