Reise nach Kanada und Kuba

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4. Teil - 12. bis 16. November 2007


Montag, 12. bis Mittwoch, 14. November 2007 / Varadero und Reise nach Niagara Falls

Die nächsten zwei Tage haben wir es uns nur gut gehen lassen, den ganzen Tag am Strand verbracht und die Bars, Restaurants und Buffets ausgiebig getestet. Alles wäre gut gewesen, wenn mich nicht der Abreisetag etwas nervös gemacht hätte. Die Kuonirepresentantin hatte uns gesagt, dass wir mit 2 bis 3 Stunden Fahrt von Varadero bis zum Flughafen in Havanna rechnen müssen, aber wenn ich an unser erstes Erlebnis mit der Ringautobahn zurückdachte, wollte ich noch 1 bis 2 Stunden Reserve mehr einbauen. Auch wenn unser Flug nicht vor 14.00 Uhr abhob, drängte ich darauf, dass wir gleich nach dem Frühstück direkt abfuhren. In der nächsten grösseren Stadt erspähten wir einen der seltenen Wegweiser mit der Aufschrift Habana und dieser wies uns den Weg über eine Strasse der Südküste entlang. Dies war eine viel bessere Strasse, als ich mir das vorgestellt hatte, fast schon wie eine Autopista. Die Fahrt war nicht ganz so schön wie unsere bisherigen Fahrten über Land, da wir öfter an Industrieanlagen vorbei fuhren.  

Nach knapp 2 Stunden erreichten wir den Ring und bereits im 2. Anlauf fanden wir die richtige Abfahrt. Auf ein paar Umwegen erreichten wir die Nähe des Flughafens. Wir wussten, dass wir zum Terminal 3 fahren sollten, und dass der Flughafen über 5 Terminals verfügte. Wir entdeckten aber nur Schilder, die den Weg zu den Terminals 1 und 2 anzeigten. So fuhren wir zum Terminal 1 und fragten einen Taxifahrer, ob er uns den Weg zeigen könne. Dieser fuhr los und hielt nach ein paar hundert Metern schon wieder an und nahm drei Frauen als Passagiere auf. Am nächsten Lichtsignal kam er zu uns zurück und meinte, die Damen seien Reinigungspersonal auf dem Terminal 3 und wenn wir sie mitnehmen könnten, dann würden sie uns den Weg zeigen. So war es dann auch. Übrigens, wir hätten dem Schild zum Terminal 2 folgen müssen und dann noch ein paar Klippen überwinden und schon wären wir da gewesen....    

Im Terminal angekommen, fanden wir auch das Büro unserer Autovermietungsfirma Rex. Zum Glück hatten wir genügend Zeit, denn die Rückgabe des Autos war nicht ganz so einfach, wie wir uns das vorgestellt hatten. Der Grund darin lag im Vorfall in Viñales, wo wir das Auto tauschen mussten und dabei wurde uns der Benzintankstand berechnet, wie er offensichtlich zurück in Havanna war und nicht der Stand bei der Abgabe in Viñales. Aus diesem Grund wurde uns zusätzliches Geld für das fehlende Benzin berechnet. Es ging um vielleicht Fr. 50.-, aber da bin ich zu sehr Schweizerin, als dass ich nicht auf einer korrekten Abrechnung beharren würde. Aber da biss ich bei der Rex-Mitarbeiterin auf Granit. Es war ihr ja sowieso klar, dass der Fehler bei uns lag, denn es sei ja unsere Unterschrift auf dem Formular in Viñales (war es natürlich nicht, das Formular wurde nicht von mir unterschrieben). Als ich auf dem neuen Formular meine Einwände vermerken wollte, ging sie so weit, dass sie mir drohte, die Polizei zu holen und meinte dazu lakonisch, dass wir dann sicher heute nicht mehr fliegen würden. Wir riskierten, dass uns bis zu Fr. 1'000.- auf der Kreditkarte belastet würden, wenn wir nicht unterschrieben, weshalb ich mich doch durchgerungen habe, zähneknirschend - ohne Vorbehalt - das Formular zu unterzeichnen. Es war zwar nur ein kleiner Vorfall, aber ich fühlte mich ziemlich hilflos einem totalitären System ausgeliefert.

Irgendwie war ich etwas erleichtert, als wir zwei Stunden später im Flugzeug nach Toronto sassen. Kuba hat uns landschaftlich sehr gefallen und wir haben viele tolle Erlebnisse gehabt, aber die Leute und das allgemeine Gefühl, das wir während der Reise hatten, behagte uns nur teilweise.   

Wir landeten sogar zu früh in Toronto und diesmal ging es sehr fix bis wir die Koffer hatten und durch den Zoll kamen. Das Mieten eines Avis Autos dauerte kaum 5 Minuten (eine Wohltat nach den Rex-Diskussionen) und schon bald standen wir im Feierabendstau der Stadt. Niagara Falls ist rund 120 Kilometer von Toronto entfernt und es dauerte nur gut eine Stunde bis wir die Stadt erreichten. Wir hatten im Hotel Sheraton Fallsview ein Zimmer reserviert und ich hatte speziell ein Zimmer mit guter Aussicht auf die Fälle gebucht, was sich als Vorteil herausstellen sollte. Lothar, unser Freund aus Atlanta, hatte angekündigt, dass er im gleichen Hotel ein Zimmer nehmen wolle und beim Einchecken erhielten wir seine Nachricht, dass er schon angekommen war. Leider trafen wir ihn noch nicht an und wir gingen ins nahe gelegene TGI Fridays zum Abendessen. Zurück im Hotel erreichten wir Lothar und konnten uns bei einem Bier begrüssen. Es war das erste Mal seit meinem 40. Geburtstagsfest, dass wir uns gesehen haben.  

Donnerstag, 15. November 2007 / Niagara Falls

Lothar, Thomas und ich vor den Fällen

Wir trafen uns mit Lothar zum Frühstück im Hotel. Da Thomas sich übel fühlte, verzichtete er aufs Frühstück. Auch später im Auto meinte er, dass er die Bewegung nicht vertrage und tatsächlich wurde es ihm kurz darauf ziemlich übel. Wir liessen das Auto zurück und gingen zu Fuss weiter bis zur Strasse neben dem Horseshoe Fall. Da entschied sich Thomas definitiv, den Tag ausfallen zu lassen und zurück ins Hotel zu gehen. Ich fand das natürlich schade, da ich selbst ja schon - vor langer Zeit zwar - mal an den Niagara Fällen war und es für Thomas das erste Mal war, aber es ging wirklich nicht. Immerhin hatten wir die schöne Aussicht aus dem Hotelfenster und von da aus konnte er die Fälle wenigstens ein bisschen geniessen, einen Regenbogen sehen und auch die nächtliche Illumination.  

Behind the Falls

Während Thomas zurück ging, spazierten Lothar und ich zum Visitor Center und machten uns auf die "Journey behind the Falls" . November ist kein Reisemonat für die Niagara Fälle: Viele Sehenswürdigkeiten waren zu, aber dafür mussten wir auch nirgends anstehen. Lange, leere Kettenschlangen zeigten aber an, dass es hier auch ganz anders sein konnte. Den Fall von hinten zu sehen, ist keine wahnsinnige Sehenswürdigkeit, aber die Plattform gleich neben dem kanadischen Horseshoefall bietet eine beeindruckende Sicht auf die Fälle. Die Wucht mit der das Wasser die über 50 Meter hohe Fallhöhe überwindet ist imposant.

Anschliessend gingen wir zurück ins Hotel um Thomas eine Cola zu bringen. Es ging im leider nicht besser. Lothar und ich gingen weiter und wollten ihm etwas für seinen Magen kaufen und anschliessend vielleicht noch zum Whirlpool Aero Car zu fahren. Soweit kam es nicht, wir vertrieben uns die Zeit im Supermarkt und in einem Hardwarestore und machten - zu Ehren von Marc - bei Tim Hortons Halt.

Illumination der Fälle

Thomas war noch immer schwach, fühlte sich aber fit genug um im Hotel ins Restaurant zu gehen. Die hatten Verständnis für seine Lage und servierten ihm eine Suppe. Ich hingegen genoss - nach dem vielen Fisch und Meergetier in Kuba - wieder einmal ein gutes Stück Fleisch, ein zartes Filet Mignon. Es war auch nicht so schwierig auf uns Rücksicht zu nehmen, waren wir doch praktisch die einzigen Gäste. Nach dem Essen gingen Lothar und ich nochmals zurück zum Fall um die schöne Illumination zu fotografieren und dann war dieser Tag auch schon wieder zu Ende.

Freitag, 16. November 2007 / Heimreise

Thomas ging es heute zwar noch nicht wieder gut, aber doch etwas besser. Wir trafen uns nochmals mit Lothar zum Frühstück und dann hiess es Abschied nehmen. Ich habe es sehr geschätzt, dass Lothar für dieses Wiedersehen rund 1000 Meilen weit gefahren ist! 

Wir machten uns auf zurück nach Toronto. Der Flieger ging zwar erst um 18.00 Uhr, aber wir, bzw. ich, hatten auf der Hinfahrt eine Mall gesehen, die ich noch unsicher machen wollte. So verbrachten wir noch etwas Zeit in Best Buy und Borders und später dann noch in einer Mall in Toronto. Das Abgeben des Fahrzeuges bei Avis war noch schneller als das Anmieten und wir hatten erneut viel Zeit, die Lounge am Flughafen zu geniessen. Der Rückflug war ansonsten ereignislos und wir kamen heil am nächsten Morgen in Zürich an.

Drei Wochen mit den unterschiedlichsten Erlebnissen lagen hinter uns, Kälte und Eis, Wärme und grüne Landschaft, Strandtage, aber auch Freundschaft fehlten auf dieser Reise, die nicht kontrastreicher hätte sein können, nicht. Es war spannend und abwechslungsreich und die Planung hatte sich gelohnt. Zu den Eisbären würde ich sofort wieder reisen, Kuba hingegen kann nun länger ohne mich auskommen. 

Ende des Reiseberichts

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