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1. Teil - 20. bis 28.März 2011
2. Teil - 29. März bis 10. April 2011
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Um 5 Uhr in der Frühe landeten wir in Guam, also seit langem zum ersten Mal wieder in den USA. ESTA sei Dank war die Einreise äusserst einfach und wäre sogar ohne Formulare möglich gewesen. Wir nahmen ein Taxi zum Days Inn Hotel und checkten ein. Wir waren beide total müde, denn bei diesem Flugplan war vernünftiges Schlafen im Flugzeug nicht möglich. Wir entschlossen uns dann aber, zuerst unsere Wäsche zu waschen. Zum Glück war ich gut vorbereitet auf diesen Tag und hatte sowohl Quarters zum Waschen als auch Waschmittel dabei und wir stellten alle Stunden den Wecker um die Wäsche weiter zu behandeln. War das erledigt, schliefen wir beide bis ca. 13 Uhr und fuhren dann mit dem Hotel Shuttle in die Innenstadt, wo die grossen Malls mit allen Markenartikeln zu finden waren. Thomas suchte nach einer Sonnenbrille, aber da war unter 250$ nichts zu machen. Wir genehmigten uns einen Burger im Hard Rock Cafe in Guam und kehrten in unser Zimmer zurück.
Um 22.00 Uhr fuhren wir wieder zum Flughafen und warteten auf unseren Flug, der um 23.59 Uhr starten sollte. Kurz vor dem Boarding begrüssten uns Ethan, unser Tour Director für die nächsten 10 Tage und Sue, seine Assistentin, und ein paar Mitreisende der Sea for yourself-Gruppe . Das Bild rechts zeigt Ethan in Aktion mit seiner Fotoausrüstung. Das Bild stammt von Rod McFarlane. Thank you, Rod!
Etwa um 1 Uhr landeten wir in Yap und es dauerte eine Weile, bis alle Mitreisenden ihre Koffer hatten und eingereist waren. Das ging in Burma flotter :-). Eine kurze Autofahrt brachte uns zum Manta Ray Bay Resort, unserem Heim für die nächsten 3 Nächte.
Ethan gab uns etwas Zeit zum Ausruhen (die übrigen Mitreisenden waren noch müder als wir) und wir sollten uns um 11.00 Uhr für eine erste Orientierung treffen.
An diesem ersten Tag gingen wir noch nicht zum Schnorcheln, sondern gewöhnten uns erst an Land und Leute und übten im Schwimmbad die Handhabung das Schnorchelzeugs. Ich testete meine Kameraausrüstung. Extra für diese Ferien hatte ich mir ein Gehäuse für meine Nikon D3s machen lassen und meine ersten Erfahrungen waren durchaus positiv.
Vor dem Abendessen, das wir jeweils auf der Mnuw, dem vor dem Hotel vertäuten Schiff einnahmen, erzählte uns Bill Acker, der Eigentümer des Hotels, wie er nach Yap kam (Peace Corp Einsatz) und wie er geblieben ist und das Hotel und die Tauchbasis aufbaute. Dann erzählten zwei Mitarbeiter des Hotels vom Leben auf Yap, das noch auf traditionellen Werten basiert. In den traditionellen Dörfern spielt es für die soziale Stellung eine wichtige Rolle, in welche Familie man geboren wurde. Gemäss seiner Herkunft hat man gewisse Aufgaben, der eine ist eher für Putzarbeiten bestimmt, ein anderer eher als Chief. Die Chiefs haben noch immer eine grosse Macht, eher noch mehr als die gewählten Politiker. Umgekehrt haben die Chiefs auch Verantwortung für die übrigen Dorfbewohner zu tragen. Auch mit dem Mangel, dass ein Aufstieg auf Grund von Leistung nicht möglich ist, scheint das System zu funktionieren und es gibt kaum Probleme und kaum Kriminalität.
Etwas was fast allen Yap-Bewohnern eigen ist, ist das Kauen von Betelnuss. Dafür haben sie auch jeweils eine Tasche mit dem "Zubehör" dabei, neben den Nüssen, die fast jeder Yap-Bewohner vor dem Haus stehen hat, braucht es auch Blätter und Kalk. Die so gekaute Mischung hat stimulierende Wirkung, ist speicheltreibend, was zum Spucken führt und färbt die Zähne rot. Auf dem Bild rechts sieht man einen jungen Mann bei der Ernte eines Astes von Betelnüssen.
Wer mich kennt, weiss, dass ich gerne gutes Bier trinke. Zu meinem Erstaunen kamen wir da in Yap auf unsere Kosten, in unserem Hotel wurde nämlich in einer Microbrewery das Stone Money Bier gebraut und das war mehr als nur trinkbar. Der Brauer sei Schweizer, erzählte uns Bill. Wir haben ihn aber leider nicht angetroffen.
Das Essen im Hotel war sehr schmackhaft, nur manchmal dauerte es ziemlich lange, bis man auch etwas auf den Teller bekam. Immerhin hatten sie meine Zwiebelallergie im Griff. Andererseits kannte das Servierpersonal schon ab dem 2. Tag alle unsere Namen und das war dann doch ein äusserst persönlicher Service.
Als Vorspeise genehmigte ich mir jeden Tag, zu Mittag und am Abend, Sashimi und die waren super frisch und gut.
Heute ging es los, am Morgen fuhren wir mit dem Boot nur ein paar hundert Meter vom Hotel weg zu einem Riff und jetzt sollte sich die Ausrüstung beim Schnorcheln erstmals bewähren. Das war aber nur teilweise der Fall. Zwar war alles dicht, aber irgendwie brachte ich den Autofokus nicht zum korrekten Arbeiten, so dass mir nicht allzu viele gute Fotos gelangen.
Ein weiterer Grund, weshalb die Fotos nicht ganz nach meinem Geschmack waren, lag auch am Wetter. Eigentlich hätte hier in Yap und auch später in Palau Trockenzeit herrschen sollen. Ich hatte schon Wochen vor unserer Reise regelmässig auf dem iPad das Wetter verfolgt und wer erstaunt, dass es dauernd regnete und glaubte schon an eine Fehlinformation. Wie wir hier erfahren sollten, war dem nicht so. Ethan betonte immer, dass das Wetter völlig ungewöhnlich sei, aber es regnete praktisch jeden Tag, zwar nicht von morgens bis abends, aber doch deutlich störend. So war das Licht unter Wasser oft nicht optimal. Wenigstens war die Temperatur zusammen mit dem Neoprenanzug dafür besorgt, dass wir wenigstens nicht frösteln mussten. Offenbar war der Regen eine Folge des "La Niña-Effektes", einer kalten Strömung im Pazifik, die besonders viel Regen in diese Regionen bringt. Schade, dass wir das grad erleben mussten.
Der erste Ausflug war aber ein Vorgeschmack auf das, was wir in den nächsten Tagen erleben sollten. Unzählige Korallen und Fische jeder Grösse, ein Farbenmeer, das kaum beschrieben werden konnte. Besonders häufig konnten wir hier den Pipefish (Seenadel), beobachten, das ist ein Verwandter des Seepferdchens. Aber auch ein Crocodilefish sahen wir und der hat seinen Namen nicht gestohlen.
Am Nachmittag fuhren wir durch eine Passage zwischen zwei Inseln, die mit Mangroven Wäldern gesäumt waren, auf die andere Seite von Yap. Dort ist die Cleaning Station der Manta Rochen und die Wahrscheinlichkeit, dass man hier tatsächlich Manta Rochen sieht, ist sehr hoch. Schon von blossem Auge wissen unsere Guides, ob Mantas da sind oder nicht. Heute hatten wir noch kein Glück. Es war sehr schlechte Sicht und die Mantas waren offenbar schon gesäubert.
Ethan hatte aber eine Alternative im Auge und wir nutzen die zurückgehende Flut für ein "Drift Snorkeling", d.h. der Startpunkt des Schnorchelausflugs war nicht am gleichen Ort, wie der Endpunkt und die Strömung ist meist so stark, dass man es kaum schafft, an Ort zu bleiben, auch wenn man die Flossen kraftvoll einsetzt. Wir hatten zwei Boote dabei, so dass man immer einen Ausstieg in der Nähe hatte. Gebraucht haben wir ihn nicht, im Gegenteil, ich wäre am Schluss am liebsten nochmals zurück gefahren und hätte die Strecke nochmals "abgeschnorchelt".
Vor dem Abendessen besuchten wir noch den Eigentümer des Hotels nebenan, dem O'Keefe's Waterfront Inn. Don Evans ist noch länger auf Yap als Bill Acker, nebenan. Er erzählte uns nicht nur von seinem Leben auf Yap, sondern auch vom legendären Kapitän David Dean O'Keefe, der 1872 Yap erreichte und ein Haus auf einer vorgelagerten Insel baute. Da in Yap damals noch das Steingeld als einziges Zahlungsmittel galt und dieses Steingeld nur durch eine gefährliche Reise nach Palau gewonnen werden konnte, erfasste O'Keefe seine Chance und bot Steingeld gegen lokale Produkte an, die er in Hong Kong verkaufte und holte sich auf dem Rückweg, mit seinem stabileren Boot, auf Palau das Steingeld. Er konnte sich so ein Vermögen verdienen. Eine schillernde Persönlichkeit, die bei den Behörden nicht grad beliebt war und es passte dazu, dass er auf einer Fahrt nach Hong Kong 1901 verschwand und seither verschollen ist. Das Leben von O'Keefe wurde mit Burt Lancaster unter dem Titel "His Majesty O'Keefe" verfilmt, Don liess allerdings kein gutes Haar an diesem Film.
Heute war mein Geburtstag, aber bei so vielen tollen Erlebnissen war das nicht sehr wichtig und ich war auch nicht enttäuscht, dass bis zum Abendessen niemand von der Gruppe etwas davon erwähnte. Beim Dessert wurde plötzlich eine Schoggi-Torte präsentiert und alle sangen "Happy Birthday". Das war eine schöne Überraschung, wie auch der Anruf meiner Eltern, der mich grad während des Desserts erreichte.
Am Morgen fuhren wir wieder auf die andere Seite der Insel zu den Mantas und diesmal sollten wir mehr Glück haben.
Ich hatte meine Kamera nochmals ausgetestet und jetzt schien auch der Autofokus zu funktionieren. Ethan meinte, ich solle heute mein Weitwinkelobjektiv montieren, damit gäbe es die besten Fotos. Das war vielleicht ein Fehler, denn mein Weitwinkel ist ein 10.5mm Fish Eye und da waren auch die Rochen, die nur ein paar Meter weit weg waren, plötzlich weit weg. Aber wir sollten ja auch noch am nächsten Tag die Möglichkeiten haben, Rochen zu sehen.
Ethan wies uns an, möglichst am Rand des Riffs zu bleiben, das gestaltete sich aber schwieriger als es tönte, denn die Mantas mögen es nicht, wenn sich etwas über ihnen bewegt und die Strömung machte es nötig, dass man sich immer bewegen musste um die Stellung zu halten.
Die Sicht war auch heute nicht optimal, aber es dauerte nicht lange, bis die ersten Mantas unter uns vorbeiflogen und die waren so nah, dass wir sie auch bei dieser Sicht gut sehen konnten. Im Gegenteil, es hatte fast etwas Mystisches an sich, wie die Rochen aus dem Nichts auftauchten. Welch elegante Bewegungen dieser riesigen Kreaturen! Mit Spannweiten von 3 und mehr Metern kam es mir vor, wie wenn sich die Tiere in Zeitlupe bewegten und trotzdem blitzschnell vorwärts kamen, das tönt nur scheinbar nach einem Widerspruch.
Ich konnte mich kaum statt sehen, aber die Mantas hatten nach einiger Zeit genug von uns und machten sich wieder davon. Wie am Vortag, machten wir nochmals einen Driftschnorchelgang und auch da war das 10.5mm Objektiv nicht die beste Wahl.
Auch heute wollten wir wieder früh ins Wasser, bereits um 8.15 Uhr stachen wir mit dem Boot auf See, das bedeutete, dass der Wecker um 6.30 Uhr läutete, ich war natürlich schon längst wach. Ich bereitete alles vor, das sollte in den nächsten Tagen fast ein Ritual werden: Zuerst die Kontaktlinsen rein, dann Sonnencreme anbringen (man weiss ja nie) und dann O-Ring schmieren und das Kameragehäuse bereit machen, dazwischen noch frühstücken. Dann zum Equipmentraum, den Neoprenanzug anziehen, das Kameragehäuse im entsprechenden Becken testen und los konnte es gehen. Ich hatte heute eigentlich das Gefühl, dass ich das mittlerweile alles im Griff hätte. Heute hatte ich wieder die Kamera mit dem 24-70mm Objektiv dabei und ich freute mich, damit tolle Bilder der Mantas zu schiessen.
Der Plan war, dass wir nochmals zur Manta Cleaning Station fuhren um zu prüfen ob ein paar Mantas zu sichten wären, dann war ein Stopp bei einem abgestürzten Flugzeug dran und am Schluss noch ein Driftschnorcheln in der abfliessenden Flut.
Wir waren im ersten Boot und unsere Guides sahen schon von blossem Auge über dem Wasser die Schatten von etwa 4 Mantas und waren sich sicher, dass wir wieder ein paar zu Gesicht bekommen würden. Wir machten uns sofort bereit und glitten ins Wasser. Ethan reichte mir die Kamera und los ging es. Wir mussten nicht lange warten und schon sahen wir die elegante Kontur eines Mantas aus dem Nichts auf uns zu schwimmen. Ich griff natürlich sofort zur Kamera und hielt drauf. Sie stellte aber nicht scharf und ich hatte das Gefühl, dass dies wegen des schlechten Kontrastes im nicht ganz klaren Wasser war.
Ich versuchte deshalb auf meine Finger scharf zu stellen, aber wollte irgendwie nicht helfen. Als ich das Kameragehäuse drehte, sah ich das Wasser im Innern des Gehäuses.... Sofort schwamm ich zurück zu Boot und Ethan half mir, die Kamera herauszuholen, allerdings war sie merklich schwerer als vorher: Es hatte sich sicher fast ein Liter Wasser darin gesammelt. Die Kamera funktioniert noch, aber nicht mehr lange. Mir war bewusst, dass nichts schädlicher für eine Kamera ist, als Salzwasser. Ich trocknete das Gerät, entnahm die Batterie und hoffte auf das Beste.
Doch die Mantas warteten nicht und ich sprang wieder ins Wasser, kam mir aber ohne Kamera fast nackt vor :-). Das Spektakel war noch nicht vorbei: Immer wieder tauchte einer dieser „fliegenden“ Fische aus dem Nichts auf und drehte eine Runde. Einmal kam einer genau auf mich zu und war nur etwa drei Meter unter mir. Das hätte ein schönes Foto gegeben... Nach einer Weile fühlten sich die Mantas wohl doch von uns gestört und verschwanden so wie sie gekommen waren, ins Nichts.
Aus verständlichen Gründen habe ich von diesem Tag keine Fotos. Rod, einer unserer Mitreisenden, war aber so lieb und hat mir seine Fotos und auch den Manta-Film überlassen.
Ich kann mir nicht erklären, wie das Gehäuse undicht sein konnte. Ich hatte den O-Ring gefettet und kontrolliert und das Gehäuse vor dem Ausflug im Süsswassebecken getestet und keine Luftblasen festgestellt. Wie dann so schnell so viel Wasser eindringen konnte.... ein Mysterium!
Wer weiss, wie viel Zeit und Mühe ich für den Erwerb des Gehäuses aufgewendet hatte, kann sich vielleicht meine Enttäuschung vorstellen. Ich hatte zwar eine Backup Kamera dabei, eine Sea&Sea DX-2G, diejenige, die ich für die Brasilienreise erworben hatte, aber die Qualität der Bilder und das Handling ist halt nicht das gleiche, wie bei der Nikon D3s und das sieht man auch deutlich am Ergebnis.
Jetzt, beim Auswählen der Fotos für den Reisebericht (ein paar Wochen nach den Ferien), ärgert es mich jedes Mal, wenn ich die Bilder anschaue. Folgende Sachen fallen mir dabei besonders auf: Die D3s kann die ISO Empfindlichkeit wesentlich erhöhen, ohne dass viel Bildrauschen auffällt. Bei den schlechten Lichtverhältnissen, die wir hatten, wäre das eine sehr wichtige Funktion gewesen. Überhaupt das Bildrauschen stört mich am meisten und ich brauche bei der Bearbeitung der Bilder viel Gaussscher Weichzeichner für den Hintergrund. Der Unterschied sieht man bei den beiden Bildern am rechten Bildrand vom 31. März. Man kann ohne viel Überlegung sehen, welches Bild mit welcher Kamera geschossen wurde (und damit ist auch klar, dass der abgebildete Crocodilefish später entstanden ist :-)).
Ein weiteres Problem ist der langsame Autofokus der Sea&Sea Kamera: Manchmal dauerte es einige Sekunden, bis das Objekt scharf war, aber bis dann war das Objekt auch bereits aus dem Bildausschnitt verschwunden. Schwimmende Fische zu fotografieren war eine echte Herausforderung. Anfangs merkte ich nicht, dass sich das Objektiv im Gehäuse bei längerem Verweilen im Wasser beschlug, obwohl ich jeweils Antibeschlagmittel benützte. Erst nachdem ich entsprechende "Nebelbilder" feststellen musste, kam mir in den Sinn, dass ich Entfeuchtungssalzbeutelchen ins Gehäuse schieben sollte um das Beschlagen zu vermeiden. Immerhin hatte ich diese dabei und das war kein Problem mehr. Last but not least, liess ich anfangs die zweite Batterie nicht aufladen (erst fast am Schluss der Reise merkte ich, dass sich die aufladen liess, wenn man sie etwas anders in das Ladegerät drückte), so dass ich für die ganztägigen Ausflüge (und das waren in Palau fast alle), gegen Abend keine Batterie mehr hatte (das hätte ich mit der D3s nie geschafft, da reicht die Batterie selbst für mich mindestens für 2 Tage). An einem Tag verpasste ich so eine Anemonenfisch Familie, deren Anemone weniger als einen Meter unter der Wasseroberfläche lag. Zum Glück war Rod in der Nähe und er konnte dieses Schauspiel für mich aufnehmen (siehe Film rechts). Gleich darauf kreuzte ein Blacktip reef shark unsere Wege, da war Rod leider noch mit den Anemonenfischen beschäftigt.
Andererseits war das ja nur ein Sachschaden und wir haben Beide die Reise gesund und unfallfrei überstanden...
Zurück zum Schnorchelabenteuer. Wie versprochen hielten wir als nächstes bei einem Wrack eines abgestürzten japanischen Flugzeugs aus dem 2. Weltkrieg an. Die Wracks finden sich also nicht nur an Land, sondern auch unter Wasser. Das Flugzeug war noch erstaunlich gut erhalten. Auch der letzte Schnorchelgang auf Yap, ein Driftschnorcheln war wieder voller Leben, blieb aber aus bekannten Gründen undokumentiert.
Am Nachmittag besuchten wir noch ein traditionelles Yapesiches Dorf: Wir spazierten über einen noch heute benutzten, alten Steinweg zum Dorf, der ziemlich glitschig war. Wirf wurden mit den unvermeidlichen Blumenketten freundlich empfangen und die Einheimischen gaben uns Kokosmilch zu trinken und zeigten ihr traditionelles Handwerk und alles über die Betelnuss. Der Höhepunkt des Besuchs war der Tanz, den die jungen Leute aufführten. Offenbar wird diese Tradition noch sehr stark gepflegt und an Samstagen wird immer getanzt, auch wenn keine Besucher kommen.
Wir hatten den Eindruck, dass Yap sich an einem Wendepunkt befindet und versucht, einen Weg zu finden, die Traditionen und alles Neue unter einen Hut zu bringen. Keine einfache Aufgabe. Durch das Interesse der USA an diesem Gebiet und den entsprechenden Mitteln, die an Micronesien fliessen und den Staat mehrheitlich finanziert, sind Änderungen kaum zu vermeiden. Es emigrieren auch viele Yapesen in die USA, teilweise nur zum Studium, teilweise bleiben sie da. Wie weit die Traditionen dabei noch eine Zukunft haben, wird sich weisen. Wir haben aber die Yapesen als äusserst freundliche Gastgeber empfunden. Wenn es nicht so abgelegen wäre, würde ich gerne mal wieder da hin.
In der Nacht sollten wir nach Palau weiterreisen und der Abflug war weit nach Mitternacht. Zum Glück hatte Sea for Yourself ein spätes Auschecken vorgesehen, so dass wir uns noch so lange wie möglich ausruhen konnten. An Schlaf vor dem Abflug war nicht zu denken. Wir machten uns rechtzeitig auf zum Flughafen und zu unserem Erstaunen gab es da keine Durchleuchtungsanlage für das Gepäck. Alle Koffer wurden von Hand nach Bomben und ähnlichem überprüft, was natürlich seine Zeit dauerte.
Der Flug nach Koror, der Hauptstadt von Palau, dauerte etwas über einer Stunde und die Landung war recht spektakulär. Durch den starken Seitenwind wurde die Maschine nach dem Touchdown nochmals einseitig angehoben, aber der Pilot schaffte es dann doch noch, die Kontrolle über die Maschine zurückzubekommen und wird landeten letztlich sicher im Paradies. Es dauerte wieder über eine Stunde, bis alle Mitreisenden durch die Immigration, Gepäckausgabe und Zollkontrolle passiert waren und wir kamen mitten in der Nacht, hundemüde, in unserem Hotel Palau Pacific Resort an.
Ethan liess uns auch heute etwas mehr Zeit um die kurze Nacht zu verdauen. Am Morgen besuchten wir das Palau International Coral Reef Center, an dem auch Ethan früher gearbeitet hatte. Die Leiterin des Zentrums, das sowohl Forschungs- als auch Ausbildungsaufgaben hat, stellte uns die Institution vor. Anschliessend führte uns Ethan durch den Museumsteil und wir erfuhren viel Neues über die verschiedenen Lebensräume der Korallenriffe, aber auch über die Entstehung von Palau. Offenbar war vor etwas mehr als 10 Jahren hier in Palau eine Invasion von Crown-of-thorns starfish, die aggressiv fast alle Korallen vertilgten. Durch die Forschung konnten Zusammenhänge zwischen der Entwicklung von Palau und des Einfalls der Schädlinge erkannt werden. Im übrigen haben sich die Korallenbestände praktisch alle wieder erholt. In diesem Zentrum konnten wir auch einen Nautilus sehen, den wir - da in mindestens 1500m Tiefe lebend - wohl sonst nie gesehen hätten.
Zum Mittagessen ging es zum Inder in "The Taj", wo wir exzellentes indisches Essen aufgetischt erhielten.
Der Nachmittag war frei und ich entschied mich, am Hausriff des Hotels, gleich am Strand, meine Backup Kameraausrüstung zu testen, Thomas blieb im Hotel zurück. Es war sehr windig und wellig, so dass viel Sand aufgewirbelt wurde und die Sicht nicht grad exzellent war. Trotzdem habe ich auch dieses Schnorcheln genossen, nahm ich mir doch viel Zeit, das Verhalten einzelner Fische zu beobachten. Der Fisch ganz rechts hatte gar keine Freude an mir und griff mich immer wieder an. Daneben waren auf diesem Riff ganz viele riesige Muscheln.
Kaum war ich aus dem Wasser, zogen wieder Regenwolken auf und ein richtiger Sturm entlud sich über uns. Wie Ethan es zu sagen pflegte: "Unusual weather conditions.".
Das Palau Pacific Resort war wohl etwa eine Stern-Kategorie besser als das Manta Ray Bay Hotel in Yap, dafür auch um Welten grösser und natürlich weniger persönlich. Wir hatten den Eindruck, dass auf Palau die touristische Entwicklung ca. 10 bis 20 Jahre weiter war als auf Yap. In Yap war alles sehr praktisch beieinander und wir hatten viel Platz um unsere Ausrüstung zu lagern und zu trocknen. Hier auf Palau war die Tauchunternehmung auf der anderen Seite der Insel und teilweise mussten wir, wegen des schlechten Wetters, mit einem Bus rüberfahren. Aber die Schnorchelausflüge waren auf Palau absolut grossartig, das beste, was ich bisher erlebt hatte.
Immer am Abend vor dem Essen machte Ethan eine Informations- und Bildungsstunde. Da wurde einerseits über das Programm den kommenden Tages informiert und andererseits stellte Ethan Themen zur Unterwasserwelt vor und zeigte uns Beispiele seiner Bilder, die ich als exzellent einstufe. Wir lernten so Vieles über die verschiedenen Riffe und Korallen, aber auch über ausgewählte Fische. Es machte Spass, so noch etwas Theorie vermittelt zu erhalten.
Anschliessend ging es jeweils zum Abendessen. An jedem Abend gab es ein Buffet zu verschiedenen Themen, zBsp. Italian Night, Seafood Buffet, Palauische Spezialitäten etc. Das Buffet war immer sehr reichhaltig und meist waren nicht nur Fertiggerichte da, sondern es wurde auch frisch für uns gekocht und wir konnten einfach die Zutaten auswählen. Das Essen war sehr schmackhaft.
Das Wetter war heute nicht viel besser, noch immer blies ein starker Wind, aber Ethan beruhigte uns, dass wir in Palau immer auch eine windabgekehrte Seite finden werden und uns der Wind nicht so viel anhaben könne, ausser dass unser Boot nicht vor dem Hotel anlegen kann.
Tatsächlich war es in der Nekko Bay ruhig genug um Schnorcheln zu gehen. Auf dem Plan rechts sind alle unsere Ausflüge eingezeichnet. Nekko Bay war nicht sehr weit weg von der Basis. Zum Erreichen anderer Orte waren wir teilweise - trotz eines Schnellboots - gegen eine Stunde pro Weg unterwegs.
Wenn man vor den Felseninseln von Palau unterwegs ist, fällt sofort die komische Form der Inseln auf, es sieht, je nach Ebbe oder Flut, aus wie Pilze. Das kommt von einer Unterspülung, die diese Inseln aufweisen, die durch physikalische Abnützung, aber auch durch chemische oder biologische Reaktionen entstanden sind. Der Kalkstein ist da einfach zu schwach um dem Wasser auf die Dauer zu widerstehen. Es war immer sehr spannend, unter diesen Unterspülungen zu Schnorcheln.
Ethan kannte alle Wrackstellen, Munitionsverstecke und Maschinengewehrnester, auch wenn sie noch so versteckt waren. Manchmal sah man es kaum, selbst wenn man sich fast davor befand. Immer wieder hielten wir unterwegs an und konnten etwas Interessantes entdecken.
Ich erwähne hier immer Ethan, aber auch Sue war ebenso wichtig für das gute Gelingen der Reise. Sie kümmerte sich um alles Organisatorische und das klappte fast immer perfekt. Sue war auch dafür besorgt, dass nach jedem Schnorchelgang Täfeli oder Schoggisnacks verfügbar waren, dafür liebten wir sie heiss :-). Zusammenfassend kann ich sagen, dass die SFY-Leute Ethan und Sue, aber auch Sues Ehemann Rich, alles dafür gemacht haben, unsere Ferien so angenehm und spannend wie möglich zu gestalten und es ihnen auch wirklich gelungen ist.
Zurück zur Nekko Bay. Zwar war das Licht nicht optimal, aber die Unterwasserwelt war super, wir sahen hier besonders viele verschiedenste Korallenarten, wie Blattkorallen und Hirnkorallen. Hier ein paar Eindrücke:
Zum Mittagessen
fuhren wir wieder zurück ins Hotel und am Nachmittag war der Mandarinfish Lake unser Ziel. Das war nicht wirklich ein See, sondern viel mehr eine Bucht, die für die Schiffe gesperrt war. Als wir ankamen, waren eine grosse Gruppe Chinesen oder Japaner schon da, aber wir hatten ja Zeit. Wie uns Ethan am Vortag erklärt hatte, kommen die Mandarinfische erst zum Vorschein, wenn die Sonne verschwunden ist. Handelt sich um einen besonders schönen und farbigen Fisch, der sich aber kaum länger zeigt. Er lebt in den Korallen und kommt rasch zum Vorschein, zeigt sich und verschwindet gleich wieder. Für meine Backupkamera war da kaum eine Chance, ein vernünftiges Bild zu machen, zumal es auch relativ dunkel war. Auf dem Bild links ist ein Schatten eines Mandarinfisches zu erkennen :-). Sue hat an einem anderen Tag das Bild rechts gemacht und darauf bin ich ziemlich eifersüchtig :-). Toll gemacht, Sue!
Nach wie vor wehte ein steifer Wind und auch heute mussten wir mit dem Bus zum Schiff, aber auch heute fand Ethan ruhiges Wasser auf der Lee-Seite der Inseln. Der Ort wurde Fantasy Island genannt. Wie so oft, waren wir auch hier die ersten im Wasser und schon waren wir umzingelt von Sergeant Fischen und Halfbeak. Jede Menge Fische schwammen um uns herum und ich konnte mich kaum sattsehen. Das war ein so richtiges Eintauchen in eine andere Welt.
An diesem Schnorchelplatz gab es viel zu sehen. Wir bewegten uns dem Riff entlang, auf zwei Inselchen zu, die wir dann - im flachen Wasser - umrundeten. Plötzlich sah ich im Augenwinkel ein Whitetip reef shark vorbei schwimmen. Auch wenn er es nicht eilig hatte, dauerte es nur wenige Sekunden, bis er ausser Sichtweite war und ich war nicht schnell genug mit meiner Kamera.
So viele Fische wie wir hier täglich gesehen haben, Haie waren nicht in grosser Anzahl vorhanden. Hin und wieder schwamm einer vorbei, aber das blieb meist die Ausnahme.
In einem von Ethans Vorträgen sprach er vom Korallendreieck, das eine eher neuere Definition ist. Es besteht aus dem Gebiet der Philippinen, Borneo, Teile Indonesiens bis nach Neuguinea. In diesem Gebiet ist die Artenvielfalt an Korallen und Riffbewohnern am grössten. Palau ist nur knapp ausserhalb dieses Dreiecks und steht dem Korallendreieck nur wenig nach. Für mich war diese Reise aus Schnorchelsicht das Schönste, was ich bisher gesehen habe, sogar schöner als das Schnorcheln auf den Seychellen, wobei man in Palau nicht so viele Vögel sieht, wie auf den Seychellen, nur hin und wieder ein paar Seeschwalben und Tropik-Vögel, keine Fregattvögel oder Tölpel, weder auf Yap noch auf Palau. Über das Fehlen von Fregattvögeln, der Opportunisten der Seevogelwelt, habe ich mich etwas gewundert.
Aber zurück zum Schnorchelausflug: Da eine grössere Gruppe Jugendlicher den gleichen Schnorchelplatz gewählt hatte, verzogen wir uns etwas weiter weg vom Schiff und genossen die Unterwasserwelt. Ich war so versunken, dass ich gar nicht gemerkt hatte, dass unser Schiff nicht mehr am Ausgangspunkt auf uns wartete, sondern auf die Rückseite der Insel gewechselt hatte. Ethan zeigte uns aber den Weg und wir waren die letzten die zum Boot zurückkehrten.
Für heute hatten wir ein Picnic dabei und wir hielten am Bablomekang, besser bekannt unter "2 dog beach", weil hier frühere zwei Hunde lebten. Das ist so ein Strand, wie man sich ihn vorstellt, unter Palmen, ein paar Bänke und Tische und schöner weisser Sand vor blauem Meer.
Lange ruhten wir uns nicht aus, wir wollten ja am Nachmittag wieder ins Wasser und das etwas weiter südlich. Das war wieder ein richtiges Korallenparadies mit riesigen Korallenterrassen. Heute war es, dass mir die Batterie vorzeitig ausstieg. Schade. Aber auch so sind ein paar gute Bilder zusammengekommen:
Heute sollte aus meiner Sicht der schönste Tag der Schnorcheltour werden. Nicht nur, weil wir endlich mal etwas weniger Regen und zwischendurch sogar Sonne hatte, aber auch wegen der Schnorchelorte.
Am Morgen wollten wir zum Jellyfish Lake, einem so genannten "marine lake", einem See mit Meerwasser, der sich vor ca. 12'000 Jahren gebildet hatte. Durch den porösen Kalkstein gibt es zwar einen Austausch von Wasser zwischen dem Meer und dem See (offenbar soll sogar der Tidenhub, mit einiger Verspätung, spürbar sein), aber Lebewesen schaffen es nicht durch den Stein. Die Quallen im See sind damit schon so lange von ihren Artgenossen getrennt, dass sie sich genetisch stark verändert haben. Die Nesselzellen haben die Funktion fast verloren zu brennen und es ist völlig gefahrlos, die Quallen zu berühren. Wenn man allerdings den Mitreisenden zuschaute, glaubten sie das teilweise nicht: Sie versuchten das Unmögliche, nämlich den Quallen auszuweichen oder hatten die Ärmel des Neoprenanzugs über die Hände gestülpt :-).
Ethan schlug uns vor, früh zu starten, so dass wir als Erste beim See sein könnten und das war eine gute Idee. Der Weg zum See führte über einen steilen Weg über eine kleine Anhöhe, aber in 10 Minuten waren wir beim See, der etwa 500 Meter lang, 200 Meter breit und 30 Meter tief war. Ethan hatte uns am Vorabend erklärt, dass ca. 13 Millionen Quallen in diesem Seelein lebten und sie sich täglich von den Tiefen zum Licht der Sonne bewegen. Die Quallen ernähren sich von Algen und Sonnenlicht, so dass es essentiell ist, dass sie sich nach dem Licht richten.
Wir sprangen ins Wasser und schon nach wenigen Metern sah ich meine erste Qualle. Mit jedem Meter in Richtung Seemitte wurden es mehr und mehr, die kleinsten etwa so gross wie der Fingernagel meines kleinen Fingers, die grössten etwa 20 Zentimeter im Durchmesser. Ich war natürlich neugierig, ob sie wirklich nicht brennen und berührte eine der grossen Quallen sowohl auf der Hauben- als auch an der Nesselseite und siehe da, es passierte gar nichts, im Gegenteil es fühlte sich sehr angenehm an.
Je dichter die Quallen wurden, desto weniger konnte man ihnen ausweichen. Wir hörten auch auf, die Flossen zu bewegen, aus Angst, dass den Quallen etwas passieren könnte und wir bewegten uns nur noch mit den Händen vorwärts. Das war wirklich eine andere Welt. Hier ein paar Impressionen:
Wir durchquerten fast den ganzen See und genossen dieses Schauspiel und kehrten dann wieder zum Einstieg zurück. Unter dem Steg beobachteten uns ein paar Kardinalfischchen, wie der auf dem Bild rechts.
Kaum waren wir wieder aus dem Wasser, kam schon eine grosse Gruppe Japaner, die vom Schnorcheln wenig Ahnung hatte und ich war froh, dass wir den See nicht mit denen teilen mussten :-).
Den Mittag verbrachten wir wieder am gleichen Strand wie gestern und ich genoss wiederum mein Sushi Bento. Bento ist eine Art Picnic auf Japanisch, eine Schachtel aus festem Material mit Unterteilungen, in dem verschiedene Speisen verteilt waren. Und anschliessend gab es wieder Süssigkeiten von Sue, die ja nie fehlen durften.
Big Dropoff hiess die nächste Station und dabei handelt es sich um ein "Barrier Reef", d.h. ein Riff, dass die Insel von einem tiefen Meeresteil abgrenzt. Und wie! Es ging gleich neben dem Riff eine Wand senkrecht in die Tiefe. Ein tiefes Blau ergoss sich da in die scheinbare Unendlichkeit, nur unterbrochen durch viel Leben am Abgrund. Manchmal tummelten sich hunderte von Fischen gleich an der Wand.
Aber auch auf dem Riff war rege etwas los und dank des guten Lichts waren auch ein paar Fotos möglich.
Hier eine kleine Auswahl davon:
Anemonenfische durften auch hier nicht fehlen und ich bin ganz vernarrt in diese farbigen und wendigen Kreaturen, die sich durch Symbiose mit den Anemonen zu helfen wissen.
Am Abend lud uns das Hotel noch zu einem Apéro am Strand ein und nach dem Abendessen sanken wir - wie fast jeden Abend - müde ins Bett.
Am heutigen Tag war das Wetter wieder schlechter und die Sicht an unserem ersten Schnorchelort, der Turtle Wall, ganz in der Nähe des gestrigen Big Dropoffs, sehr eingeschränkt. Wir erspähten zwar ein oder zwei vorbei schwimmende Haie, aber das Foto ist nicht grad ein Meisterwerk.
Die Tiere, die dieser Wand den Namen gaben, nämlich die Schildkröten, waren recht zahlreich vorhanden, aber nicht einfacher zu fotografieren.
Nur zwischendurch gab es, etwas mehr Licht, bzw. etwas näher liegenden Objekte, so dass doch noch ein paar Bilder möglich waren, aber nach dem gestrigen Tag waren wir natürlich etwas verwöhnt und schon fast enttäuscht, wenn nicht klare Sicht und strahlendes Licht herrschte. Das ist aber eine Klage auf hohem Niveau.
Den Mittag verbrachten wir wieder am bekannten Strand mit einem Sushi Bento und fuhren anschliessend zu einem weiteren Schiffswrack. Es ist spannend zu sehen, wie ein solches Objekt von der Unterwasserwelt in Beschlag genommen wird und sich nun gut einfügt und bevölkert wird.
In der Umgebung des Wracks erspähten wir einen Crown-of-thorns Seestern, der - wenn in grosser Zahl vorhanden - ganzen Korallenriffe abweiden kann. Ein so schönes Lebewesen kann ein solcher Schädling sein. Ein einzelner kann aber kaum grossen Schaden verursachen.
Ethan entdeckte in der Nähe des Wracks eine gestreifte Seeschlange und fing sie für uns ein. Kein ganz ungefährliches Unterfangen, kann sich dieses Tier doch mit Gift wehren. Aber es ging alles gut.
Freitag, 8. April 2011 Palau
Der letzte Tag im Paradies, wieder mit ungewöhnlichem Wetter, wie das Ethan zu nennen pflegt und damit wieder kein tolles Fotolicht. Besonders am ersten Ort, dem Soft Coral Arch. Die weichen Korallen waren kaum zu sehen und die Farbe wäre eigentlich rot gewesen. Dank Photoshop konnte das etwas verbessert werden...
Bei diesem Schnorchelplatz war ein Bogen offen, so dass wir einfach auf die andere Seite der Insel schwimmen konnten.
Wir wechselten nochmals zu einem anderen Ort, wo abermals ein Flugzeugwrack zu sehen war. Zudem konnten wir in eine Höhle schwimmen. Da spielte dann das Wetter keine Rolle mehr...
Zum Mittagessen kehrten wir ins Hotel zurück und sollten uns um 14.00 Uhr für den letzten Schnorchelgang wieder am Pier treffen. Gerade als es gegen zwei Uhr ging, ergoss sich ein weiterer Platzregen über Palau und wir hatten plötzlich beide keine Lust mehr, wieder alles nass zu machen, hatten wir doch eine lange Heimreise vor uns. Wir liessen deshalb diesen Ausflug aus und ruhten uns dafür etwas aus und liessen unsere Schnorchelsachen trocknen.
Um Mitternacht wurden wir vom Hotel abgeholt und zum Flughafen gefahren. Wir verabschiedeten uns von Ethan und Sue und einigen anderen Mitreisenden, die noch ein paar Tage auf Palau verbringen wollten.
Unser Flug nach Guam startete um 2.30 Uhr und es dauerte etwa 2 Stunden bis wir in Guam ankamen, wo wir von den restlichen Mitreisenden Abschied nehmen mussten. Die Anderen folgen entweder Richtung Japan oder an die Westküsten.
Unser nächster Flug war 3 Stunden später in Richtung Manila, wo wir wiederum 3 Stunden Aufenthalt hatten. Wir verliessen das Flugzeug und suchten eine Anzeigetafel, wo unser nächster Flug verzeichnet war und fanden sie nicht. Wir wendeten uns ans Transferdesk und da nahm eine junge Philippina unserer an und führte uns ins die Lounge. Sie meinte, sie müsse etwas mit unserem Pass und den Bordkarten ändern, damit unsere Reise wie geplant weiter gehen könne. Sie versprach, wieder damit zurückzukehren.
Das kam für mich natürlich nicht in Frage. Während der Reise überlasse ich unsere Pässe niemandem und insistierte deshalb, dass ich mitkommen wollte. Unsere Betreuerin sah ein, dass man mich nicht umstimmen konnte und willigte ein, dass ich mit ihr kommen sollte. In ihrem Schlepptau kam ich, unkontrolliert (weder von der Imigration noch vom Zoll) in die Check-in Hall des Flughafens. Es genügte nur, dass die Betreuerin mit einem Walkie Talkie vorausging, hier und da jemandem zuwinkte und mich so überall durchlotste, wo man sonst nicht durchgekommen wäre.
Die Thai Airlines Schalter waren noch mit China Airlines angeschrieben und so liess mich die Betreuerin vor einem Mitarbeiterzimmer des Bodenpersonals warten, bis jemand von Thai da war. Tatsächlich, nach etwa einer Viertelstunde kam der Schichtleiter und tippte irgendetwas in den Computer und sagte "all set" und ich war mit meiner Betreuerin wieder auf dem Rückweg, genau so wie wir gekommen waren, an den langen Schlangen vorbei, ebenfalls an den Passkontrolleuren. Ich war also illegal in den Philippinen...
Diese Geschichte zeigt, was ich schon länger vermutet hatte, die Schwachstellen bezüglich der Sicherheit auf den Flughäfen ist nicht mehr beim Passagierstrom, sondern viel mehr bei den Mitarbeitern der Airports, die sich wenig kontrolliert bewegen und sogar jemand einschmuggeln können.
Der Flug nach Bangkok dauerte ein paar Stunden und da hatten wir 9 Stunden Aufenthalt. Ich hatte schon vorher ein Hotelzimmer reserviert und da wir die Koffer durchchecken konnten , waren wir sehr schnell im Zimmer: Um 16.00 Uhr landeten wir und bereits um 16.20 Uhr waren wir im Hotelzimmer. Ich war todmüde und schlief sofort ein. Die 5 Stunden Schlaf taten mir gut.
Auch der letzte, 12 stündige Flug verlief ereignislos und ich schlief mehrheitlich. Am Sonntag kamen wir - nach 40 Stunden seit dem Abflug in Palau - fast heil (ein Zahn war abgebrochen, aber zum Glück habe ich unter meinen Freundinnen Zahnärztinnen, die sofort bereit sind zu helfen, nochmals ganz herzlichen Dank!) und ganz gesund zu Hause an. Die Rückreise war strapaziös, aber die Reise und Erlebnisse waren das wert.
Ende des 2. und letzten Teils