Reise nach Brasilien 2009

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4. Teil - 8. Oktober bis 19. Oktober 2009
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4. Teil - 8. Oktober bis 19. Oktober 2009 / Bonito - Rio - Brasilia


Donnerstag, 8. Oktober 2009 / Caiman Lodge - Bonito

Heute hiess es von unseren Mitreisenden Abschied nehmen. Karim und Monica hatten noch eine Ausfahrt vor sich, aber uns sollte George schon kurz nach 6 Uhr abholen, aber brasiliansich war das ja mindestens eine halbe Stunde später.

George erkundigte sich zuerst, was wir alles gesehen hätten und informierte uns darüber, dass wir gegen 4 Stunden Fahrt vor uns haben, bis wir in die Bonito Gegend erreichen. Bonito liegt auf einem Hochplateau aus Karstfelsen, grad ausserhalb des Pantanals und ist in Brasilien als Ferienparadies berühmt.

Doch bevor wir Bonito erreichen sollten, hatten wir noch einen Ausflug zum Boca da Onça Wasserfall geplant. Dies bedeutet übersetzt der Mund des Jaguars. Der Vorschlag zu diesem Ausflug kam von Kuoni und ich hatte nie hinterfragt, ob ich da wirklich hin will, bis.... ich George gefragt habe, was uns denn da erwartete. Seine Antwort war: Es gibt eine vierstündige Wanderung zum Wasserfall und wir können unterwegs im Wasser schwimmen, zuletzt können wir wählen, ob wir 900 Treppenstufen steigen wollen oder doch lieber einen Teil der Strecke wieder zurück und mit dem Auto die Höhendifferenz überwinden. Zuerst dachte ich, er machte einen Witz, doch ich merkte bald, dass dem nicht so war. Wie allgemein bekannt, bin ich nicht grad das, was man einen Wandervogel nennt und so schluckt ich zweimal leer und ergab mich in mein Schicksal, natürlich mit der klaren Option, dass wir am Schluss das Auto nehmen wollen.

GefährtBeim Ausgangspunkt der Tour, etwas ausserhalb von Bonito, versorgten wir uns noch mit etwas Wasser und es ging los: Wir waren eine Gruppe von etwa 10 Gästen und wir waren die Ältesten. Das passiert uns in Gruppen auch nur selten. Die anderen waren alle Brasilianer, vermutlich auf Hochzeitsreise. Wir bestiegen zuerst ein Fahrzeug, das uns zum Ausgangspunkt des Weges führen sollte. Lustig war, dass das Fahrzeug keine Leitern zum Besteigen hatte, sondern jeweils an - ziemlich unmotiviert - am Wegrand stehende Holztreppen andockte.

Garganta da AraraSo ging es los, aber der Führer hielt schon bald einmal an und erklärte wortreich auf portugiesisch die Flora um uns herum. George übersetzte uns, was er als sinnvolle Information erachtete. Der Weg führte durch dichten Wald, entlang einem ruhigen Flüsschen, dass aber immer wieder durch kleine Wasserfälle und Stromschnellen aufgewühlt wurde. Das war ganz nett, aber nichts, was man bei uns nicht spektakulärer sehen könnte. Zwischendurch waren Treppen und Holzstege montiert, damit man gefahrlos sich dem Flüsschen nähern konnte. Unsere Mitwanderer sprangen schon beim dritten oder vierten Pool, der sich durch das Wasser gebildet hatte, in dasselbige und forderten uns auf, es ihnen gleich zu tun. Irgendwie konnte ich es mir nicht vorstellen, nass weiter zu marschieren, so widerstanden wir der Verlockung.

MotmotSo ging es eine Weile weiter, mit immer wieder Pausen an den schönen Plätzchen in der Natur, mehrheitlich bergabwärts. Zwischendurch trennten wir uns von den Anderen und hatten damit auch die Möglichkeit, etwas von der Fauna zu sehen, Schmetterlinge zBsp. George's Hobby, das Vögel beobachten, war nun auch ein Vorteil und er zeigte uns einen typischen Vogel für diese Gegend, den Motmot, ein besonders farbiges Exemplar.

Nach ein paar Stunden kamen wir zu einem Zwischenstop. Ein Kiosk wurde für uns in Betrieb genommen und wir konnten unseren Flüssigkeitsverlust ausgleichen. Es hiess, von hier aus seien es nur 10 Minuten bis zum grossen Fall. Wie immer, musste man auch hier die brasilianische Zeitangabe nicht ganz ernst nehmen. Trotz strammer Schritte dauerte es fast eine halbe Stunde, bis wir endlich beim Ziel unseres Ausfluges ankamen: Dem Boca da Onça Wasserfall.

Als Schweizerin bin ich verwöhnt mit Wasserfällen und bin normalerweise enttäuscht, wenn ich im Ausland Wasserfälle mit grossen Ankündigungen sehe, die dann nicht mal an den Iffigenfall herankommen, der an der Lenk kaum wahrgenommen wird. Ich befürchtete schon, auch hier eine solche Enttäuschung zu erleben, die ich mir zudem noch mit Knieschmerzen auf den unzähligen Treppen erkaufen musste. Dem war aber nicht so.

Der Wasserfall war wirklich würdig, die Strapazen auf sich genommen zu haben. 156 Meter hoch fiel das Wasser herunter und das in wunderschönster Natur. Erst später auf den Bildern fiel mir auf, dass die Wassermenge während unseres Aufenthaltes am Fuss des Falls drastisch abnahm. Weshalb dem so war, weiss ich nicht. Unsere Mitreisenden badeten auch hier wieder ausgiebig und wir genossen die wunderschöne Aussicht auf den Fall.

Unsere Mitreisenden waren entschlossen, die 900 Treppenstufen unter die Füsse zu nehmen und wir kehrten die halbe Stunde zum Kiosk zurück, wo ein Auto auf uns wartete. Im Hotel war ein Buffet für uns aufgebaut und wir liessen es uns gut gehen. Thomas sprach George auf ein aufgehängtes Bild im Speisesaal an, das eine Gruppe Grünflügel Aras zeigte und fragte, ob man die hier auch sehen könnte. Er meinte, dass dies im Buraco das Araras möglich sei und dass dieser Park nur wenige Kilometer von dem Ausgangspunkt zum Schnorchelausflug entfernt sei. Er wunderte sich, dass uns das Reisebüro dies nicht selbst vorgeschlagen habe. Ausser den Kosten für den Eintritt in den Park würde uns das nicht mehr kosten. Das waren ja gute Aussichten.

Grosser AmeisenbärWir waren aber mittlerweile sehr müde und wollten möglichst rasch nach Bonito ins Hotel. Doch kaum hatten wir Boca da Onça verlassen, lief uns ein Ameisenbär über den Weg. Endlich doch noch, ein wunderbares Exemplar. Auf diesem Bild sieht man deutlich die langen, eingeklappten Krallen. Ich war richtig glücklich über diese Begegnung, hatte ich doch nicht mehr daran geglaubt und meinte, Ameisenbären sehe man fast nur in der Dämmerung.

George brachte uns dann nach Bonito. Die Innenstadt ist relativ modern, aber an den Stadträndern gibt es viele einfachste Behausungen, auch da - trotz Tourismus - war grosse Armut zu sehen. Unser Hotel Wetiga liess dann wieder wenig Wünsche offen, alles sauber und gut eingerichtet. Nur konnte da kaum jemand Englisch. Zum Glück hatten wir George, der uns beim Einchecken half.

Freitag, 9. Oktober 2009 / Bonito

Der Südamerika-Spezialst von Kuoni hatte etwas Mühe mit meinem Anliegen, die Grota do Lago Azul mit Schnorcheln im Rio Prato zu verbinden. Das sei zeitlich kaum zu machen und wir müssten um 6.00 Uhr los. Tatsächlich war heute das späteste Aufstehen seit langem, erst nach 7 Uhr waren wir in Richtung Grota do Lago Azul unterwegs.

Als Gegend mit Karstgestein gibt es um Bonito viele Höhlen, aber nur wenige sind für Touristen erschlossen und die wohl meist besuchte ist die Grota do Lago Azul. Entsprechend touristisch geht es hier zu und her: Wir wurden in Gruppen von etwa 15 Personen aufgeteilt und uns wurde ein Führer zugeteilt und ein Helm aufgesetzt. Es konnte losgehen.

Abstieg zur GrotteUngefähr alle 10 Minuten ging eine solche Gruppe los und auch wir machten uns an den steilen, beschwerlichen Abstieg in die Höhle. Damit sich die Gruppen kreuzen konnten, gab es verschiedene Ausweichstellen, wo man sich ausruhen, aber auch den Ausblick in die Höhle geniessen konnte.

Blick aus der GrotteZuerst war da nur ein grosses Loch mit ein paar Tropfsteinen, die von der Decke hingen. Aber je weiter wir abstiegen, desto mehr Tropfsteinformationen waren zu sehen. Ein Buddha war auszumachen, aber auch ein Jesus am Kreuz oder ein Colt. Manchmal musste man schon die Phantasie anstrengen, um die so benannten Gebilde auch wirklich zu erkennen oder man konnte ihnen auch eigene Namen geben.

Lago AzulAls wir in die Düsterkeit (ganz dunkel wurde es bis unten nicht) der Grotte eintauchten, erhaschten wir einen ersten Blick auf das tiefblaue Wasser des Sees, der Namensgeberin der Grotte ist. Auch wenn man weiss, dass das eigentlich nur eine optische Täuschung ist, ist das tiefe Blau einfach grandios und ich konnte mich kaum satt sehen.

Je tiefer wir kamen, desto mehr zeigte sich uns der See und - trotz der Aussicht, die 70 Höhenmeter anschliessend wieder auf dem steilen Weg heraufzukraxeln - war meine Begeisterung gross.

Der Aufstieg war dann weniger anstrengend als befürchtet, gab es doch immer wieder diese Pausen dazwischen. Trotzdem war ich schon vom Abstieg her tropfnass und durchgeschwitzt in der feuchten Hitze.

Wir fuhren dann zurück zum Hotel und holten die Schnorchelsachen. Wir fragten George, ob wir unsere Neoprenanzüge auch mitbringen sollen, aber er meinte, das wäre nicht nötig, die hätten dort alles, was wir bräuchten.

Der Schnorchelausflug im Rio Prato war auf 13.30 Uhr angesetzt, wir kamen aber schon um halb 12 Uhr auf beim Ausgangspunkt an. Mit Erstaunen sah ich, dass die Leute mit Neoprenanzügen ausgerüstet wurden und ich bedauerte es sehr, dass wir unsere Anzüge nicht mitgebracht hatten. Den ganzen Mittag fürchtete ich, dass sie keinen Anzug in meiner Grösse hätten und ich die Tour nicht mitmachen könnte. Wir verpflegten uns dann vom reichhaltigen Buffet und legten uns noch etwas in die Hängematten.

Und endlich ging es los. Erleichtert war ich, als ich einen Anzug in meiner Grösse gereicht erhielt, die Grösse der Füsslinge war dann für mich weniger ein Problem als für Thomas, aber auch das klappte. Mit dem Auto wurden wir etwas näher an den Fluss gebracht, aber von da an ging es noch eine gute halbe Stunde durch den Wald. Man kann sich kaum vorstellen, wie es ist, mit einem Neoprenanzug in dieser Hitze durch den Wald zu laufen. Zwischendurch hatte ich das Gefühl, dass ich gleich einen Hitzschlag erleiden werde. Zum Glück war unterwegs ein Gewässer, das vom Führer als trinkbar bezeichnet wurde. Normalerweise würde ich an einem solchen gewässer nie trinken, aber hier hatte ich keine Wahl. So überstand ich auch das.

Schnorchler im WasserBeim Fluss angekommen, wäre ich am liebsten gleich ins Wasser gesprungen. Aber es gab erst noch eine Instruktion. Der Führer, der gut Englisch sprach und früher auch auf der Caiman Lodge gearbeitet hatte, gab uns zu bedenken, wie viel wir hier zerstören können, wenn wir nicht vorsichtig sind. Wir durften nur an einem markierten Ort abstehen und sonst sollten die Füsse den Boden nicht berühren.

DThomas beim Schnorchelner Sprung ins Wasser wagte ich anschliessend doch nicht, war es doch nur etwa 1 Meter tief, aber endlich das kühle Nass zu fühlen, war eine Erleichterung. Ich öffnete den Reissverschluss am Anzug und die Kühle machte sich unter dem Anzug breit.

Wir wählten den Rio Prato, weil der - nach dem Lonely Planet - fischreicher ist, als andere Alternativen. Vergleiche können wir keine anstellen, aber Fischreichtum können wir bestätigen. Überall gab es etwas zu sehen, hier nur eine kleine Auswahl:

Quelle unter Wasser

 

Der Fluss hatte anfangs nur eine schwache Strömung und wir trieben, mit wenig Schwimmbewegungen, flussabwärts, umrandet und manchmal überdacht von einem grünen Blätterwald. An einer Stelle war eine kleine Stromschnelle. Der Führer wies uns an, wie wir diese überwinden sollen und es ging alles glatt. Etwas später machten wir eine Pause, an dem Ort, wo sich eine unterirdische Quelle in den Fluss ergoss. Das rechte Bild zeigt, wie es da unter Wasser "brodelte".

Und es ging weiter. Wir kamen an den Zusammenfluss mit einem anderen Flussarm und die Fische wurden eher grösser. Allerdings war die Sicht plötzlich nicht mehr so gut. Wir waren sicher 2 Stunden im Wasser, aber bei solchen Ausflügen vergesse ich die Zeit immer. Am Ziel angekommen, machten wir uns bereits zur Abfahrt, wollten wir doch - vor Sonnenuntergang - noch zu den Aras. Unsere tschechischen Mit-Schnorchler hatten es aber nicht eilig und es brauchte Geduld, bis endlich alle im Auto waren.

Buraco das ArarasGeorge empfing uns schon auf dem Parkplatz und meinte, wenn wir uns beeilten, könnten wir es noch schaffen. Ich musste zwar dringend auf die Toillette, aber manchmal muss man Prioritäten setzen :-). Schnellen Schrittes erreichten wir eine der Plattformen am Loch des Buraco das Araras und wir waren grad noch rechtzeitig. Vor uns öffnete sich eine Senke von etwa 100 x 300 Metern Fläche, mit etwa 100 Meter hohen Klippen, die sich unter unserer Plattform fortsetzten.

Aras im goldenen LichtDie Sonne war zwar schon nahe am Horizont, aber für die ersten Bilder gab es noch ein schönes, goldenes Abendlicht. Auf verschiedenen Bäumen um das Loch hatten sich einige Grünflügel Aras (Red and Green Macaws) niedergelassen. Es waren sicher gegen 10 Vögel in der Nähe, teilweise auf den Bäumen, teilweise paarweise am Fliegen und ein Paar befand sich vor ihrem Nest, an der Steilwand.

Ara im Abendlicht Ara im Abendlicht Ich konnte es fast nicht glauben, als einer dieser wunderschönen Vögel direkt auf uns zuflog und nur wenige Meter vor uns auf einem Ast sich niederliess. Ein wahrer Kodakmoment, oder besser ein Nikonmoment. Der Vogel liess sich auch von der brasilianischen Familie, die mit uns die Plattform teilte, und die das grosse Schild mit der Aufforderung, ruhig zu sein, völlig ignorierte, nicht stören.

Etwa 10 Minuten hatten wir noch Sonnenlicht und wir hatten echtes Glück, dass wir dieses noch so ausnützen konnten.

Wir blieben aber noch etwas länger auf der Plattform, vor allem, weil die Familie sich endlich verzog und wir unsere Ruhe hatten und weil nach wie vor viel Spektakel vor uns stattfand: Es kam ein Buff-necked Ibis Pärchen angeflogen und das liess die Aras ziemlich nervös werden. George erklärte uns, dass die Ibisse den jungen Aras gefährlich werden können und dass die Eltern viel Aufwand zur Abwehr betreiben müssen. Die Aufregung war also verständlich.

Wir kehrten um und machten uns müde, aber glücklich über den tollen Tag, auf den Rückweg nach Bonito.

Samstag, 10. Oktober 2009 bis Freitag, 16. Oktober / Bonito - Rio

Von Bonito bis Campo Grande wartete wieder eine vierstündige Autofahrt auf uns und George lieferte uns rechtzeitig auf dem Flughafen ab. Für eine Millionenstadt wie Campo Grande ist der Flughafen relativ klein geraten. .

Der Flug über Sao Paulo nach Rio war ereignisarm. Mittlerweile waren uns die brasilianischen Flughäfen nicht mehr fremd und auch hier kamen wir um eine Taxe für das Übergepäck herum.

Wir hätten eigentlich in Rio vom Kongress abgeholt werden sollen, aber da war niemand da und ich war so müde, dass wir uns ein Taxi schnappten. Das Hotel des Kongresses lag direkt an der Copa Cabana und war damit sehr gut gelegen.

Die Woche war wie fast jeder dieser Kongresse und ich habe - ausser dem Zusammensitzen mit vielen verschiedenen Schachfreunden - nicht viel unternommen und habe das sehr genossen.

Das Restaurant gleich neben dem Hotel wurde unser Stammlokal und es dauerte bis zum Donnerstag, bis das Bier (Bohemia ist unsere bevorzugte Marke) versiegte. Caipirinha ist auch nicht so schlecht. Während der Woche war auch das entscheidende Spiel zwischen der Schweiz und Israel für die Fussball WM und ich war erstaunt, dass das Fernsehen das Spiel live übertrug. Fussball ist schon ein wichtiges Kulturgut hier.

Der Ausflug führte zum Maracanã-Stadion und zur Strasse der Samba-Paraden am Karneval. Den Corcovado und Zuckerhut hatte ich schon fünf Jahre früher gesehen und zwar bei schönstem Wetter. Die ganze Woche war es immer etwas bewölkt und zwischendurch regnete es auch. Wie gesagt, mir machte das nichts aus.

Samstag, 17. Oktober 2009 / Rio - Brasilia

Es hiess Abschied nehmen von den Schachfreunden und der heutige Tag verbrachten wir in erster Linie auf dem Flughafen. Erwähnenswert ist lediglich, dass an diesem Tag ein Polizeihelikopter über einer Favela abgeschossen wurde und die Polizei war in höchster Alarmbereitschaft. Wir mussten vor dem Flughafen eine Polizeisperre überwinden und es war mir schon etwas mulmig zu Mute, als ich sah, dass der Polizist neben mir, nur durch eine Autoscheibe getrennt, seinen Finger am Abzug seiner Waffe hatte. Spässe sind hier nicht angebracht.

In Brasilia wurden wir von Carlos, unserem lokalen Führer abgeholt und zum Hotel Kubitschek gefahren.

Sonntag, 18. Oktober 2009 / Brasilia

Übersicht über BrasiliaCarlos holte uns am Morgen zu einer Stadtrundfahrt ab und fand, dass wir den perfekten Tag dafür gewählt hätten. Am Sonntag sei die Stadt fast leer und wir können überal anhalten und aussteigen, ohne dass dies gefährlich wäre. Gefährlich sei Brasilia sowieso nicht, denn Kriminalität gebe es in der Stadt selbst nicht. Er erläuterte uns das revolutionäre Konzept, das vor knapp 50 Jahren (im Jahr 2010 wird das 50jährige Bestehen von Brasilia gefeiert), hier umgesetzt wurde. In der Form eines Flugzeuges sollte eine Stadt mit hoher Lebensqualität für alle entstehen. Allerdings war die Stadt nur für etwa 700'000 Einwohner geplant und das Experiment ist dadurch gescheitert, dass es so erfolgreich war, denn die heute fast 3 Millionen Einwohner leben grösstenteils in Satellitenstädten, die mit den gleichen Problemen wie andere brasilianische Grossstädte kämpfen, vor allem auch mit Kriminalität.

Die Wohnbereiche sind so angelegt, dass sie kleine Komunen in sich sind, möglichst weit weg vom Verkehr. Die Häuser sind meist auf Stelzen und es gibt so viel Spielbereiche für die Kinder.

Niemeyer Bauwerke Kubischecks BlickAuf der Hauptachse im "Rumpf" des Flugzeuges sind die berühmten Niemeyer Bauwerke, die jedermann kennt. Leider war der Lift zum Fernsehturm defekt, sodass wir auf diese Aussicht verzichten mussten.

Die Ministerien sind ebenfalls an dieser Hauptachse angelegt, platzen natürlich heute aus allen Nähten. Der Bedarf wurde vor 50 Jahre etwas unterschätzt, wen wundert's. Beim Cockpit gibt es einen grossen Platz, an dem auch das Büro von Lula wäre, wenn nicht gerade dieses Gebäude für das Jubiläum saniert würde.

Lula wird von allen, die wir gefragt hatten, als guten Präsidenten eingeschätzt, der besonders der mittleren und unteren Schickt zu besseren Lebensverhältnissen verholfen hat. Positiv wird auch vermerkt, dass er nicht in Eigeninteressen sich verstrickt und zBsp. darauf verzichtet hat, die Verfassung ändern zu lassen, damit er noch länger Präsident sein kann.

Wir besuchten auch noch den Wohnsitz des Präsidenten, der schön am Wasser gelegen ist.

Am Nachmittag öffneten sich wieder die Schleusen und es regnete, wie es nur in tropischen Gegenden regnen kann. Wir verzichteten auf einen Ausflug und ruhten uns etwas aus. Zum Abschied besuchten wir am Abend noch eine Churrascaria wo wir uns der Völlerei hingaben und das beste Fleisch Brasiliens genossen (Für eine detaillierte Beschreibung einer Churrascaria, siehe den Reisebericht Brasilien 2004).

Montag, 19. Oktober 2009 / Brasilia - Heimreise

Eine lange, ereignisreiche Reise fand damit ihren Abschluss. Die Heimreise war ereignislos, auch hier mussten wir keinen Aufpreis für das Übergepäck bezahlen und kamen damit völlig ungeschoren weg.

Auch wenn die innerbrasilianischen Flüge teilweise sehr lang und etwas mühsam waren, würde ich die Reise wieder genau gleich planen. Uns hat Brasilien auch diesmal wieder sehr gut gefallen.

The End


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