Reise nach Brasilien 2009

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1. Teil - 24. September bis 29. September 2009


Donnerstag, 24. September 2009 / Abreise

Wiederum war auch dieses Mal die Abreise spätabends, trotzdem was auch diesmal wieder das komische Gefühl da: Man hat eigentlich schon Ferien, aber ein paar letzte Arbeiten sind im Büro noch zu erledigen. Am Vormittag packten wir unsere Sachen zusammen und brachten Sie zum Bahnhof. 70 Kilo waren es diesmal, vor allem wegen meiner Kamerasachen. Für den Transaktlantikflug war dies OK, wie es bei den inner-brasilianischen Flügen sein würde, wo nur 46 kg erlaubt sind, wird sich noch weisen.

Freitag, 25. September 2009 / Flug nach Fernando de Noronha

Die 12 Stunden Flug nach Sao Paulo vergingen wie im Flug :-).Das Abendessen war nur leicht und wir schliefen beide gut. Während des Fluges erhielten wir die üblichen Einreiseformulare, aber diesmal war noch ein zusätzliches Formular dabei, das die Schweinegrippe behandelte. Wir mussten nicht nur unsere Sitze angeben, sondern auch, wo wir uns in den nächsten zwei Wochen befinden. Wie viel das wohl nützt?

Von der letzten Brasilienreise wussten wir, dass die Einreise etwas mühsam werden könnte und tatsächlich, kaum waren wir aus dem Flugzeug, fing auch schon die Schlange an. Brasilianer konnten rechts durchlaufen, aber wir standen da und standen da und die Schlange bewegte sich keinen Millimeter. Erst eine halbe Stunde später kam endlich Bewegung in die Sache: Wir nehmen an, dass die Schalter erst dann geöffnet worden sind. Vom Gang konnten wir dann bis in die Schalterhalle gelangen, wo aber lange Schlange abgesteckt waren und es dauerte sicher nochmals eine halbe Stunde, bis wir endlich abgefertigt waren. Den Flieger, den wir zuerst buchen wollten, hätten wir sicher verpasst.

Unser Gepäck stand schon abholbereit da und wir mussten nur noch die Schlange beim Zoll über uns ergehen lassen und schon waren wir in Brasilien.

Wir fragten uns zum Check-in Schalter durch, um die Koffer nach Fernando de Noronha aufzugeben. Die Leute beim Check-in sprachen nicht gut englisch und wir bemerkten, dass sie zwar etwas über unser zu schweres Gepäck diskutierten, aber es wohl nicht für sinnvoll hielten, uns eine Gebühr aufzuerlegen und uns diese mit den wenigen vorhandenen Sprachkenntnissen zu erklären. Wir kamen ein erstes Mal ungeschoren davon.

Der Flug nach Recife dauerte zwar "nur" 3 Stunden, er kam uns aber unendlich lange vor und die Müdigkeit machte sich langsam bemerkbar. Beim Zwischenhalt in Recife konnten wir im Flugzeug bleiben und erlebten live mit, wie das Flugzeug "seetüchtig" gemacht wurde. Bisher hatten wir von den Brasilianern keinen effizienten Eindruck (Immigration und Check-in), was aber die guten Geister beim Umrüsten in kurzer Zeit leisteten, liess uns umdenken: Zu jedem Sitz kam eine Schwimmweste und, weil damit die Instruktionen bezüglich Ort der Schwimmweste auf der Sitzlehne nicht mehr korrekt waren, mussten noch neue Lehnenüberzüge auf die Sitze gestülpt werden. Auf dem Kopf balancierend, wurden einige zusammengefaltete Rafts im Flugzeug unterbracht. Einerseits war ich beeindruckt, andererseits auch etwas beunruhigt....

Aber der Flug nach Fernando de Noronha ging gut und wir wurden - nachdem wir die Naturschutztaxe bezahlt hatten (wieder eher ein Erlebnis von Ineffizienz :-)) - von einer Mitarbeiterin der Pousada Maravilha erwartet und in ein Auto verfrachtet. Kaum zwei Minuten später bogen wir auf den Parkplatz der Pousada ein und wurden herzlich empfangen. Ana erklärte uns die Essenszeiten und die möglichen Touren, die wir buchen können und besorgte uns auch noch Schwimmflossen. Dann konnten wir unser Zimmer beziehen.

Aussicht von der PousadaFrau Kuoni hat beim Buchungsvorgang mehrmals betont, dass es in Brasilien keine Luxusunterkünfte gebe. Bei der Pousada Maravilha stimmt das nicht ganz, es ist zwar nicht mit den Seychellen vergleichbar, aber doch sonst mehr als OK. Unser "Zimmer" war ein Bungalow mit einem recht grossen Raum und einer Terrasse mit Whirlpool, der Badezimmerbereich war grosszügig bemessen und Dusche und WC separat. Clever war eine zweite Dusche beim Eingang zum Bungalow, die wir auch öfter benutzten um den Sand und gröbsten Dreck loszuwerden. Das beste war aber die ausserordentliche Aussicht, sogar vom Bett aus, auf die Baia do Sueste, mit einer wunderschönen Bucht und vielen Fregattvögeln. Ich konnte mich daran kaum sattsehen.

Der Hotelportier warnte uns, dass auch ungebetene Gäste im Zimmer sein könnten, v.a. Frösche und Eidechsen. Tatsächlich hüpfte schon am ersten Abend ein kleines Fröschlein aus der Toilette, verzog sich dann aber wieder.

Nach einem kleinen Nachtessen sanken wir - müde von der ungefähr 26stündigen Reise (Haus zu Haus) - ins Bett.

Samstag, 26. September 2009 / Fernando de Noronha

Franziska im BuggySchon am Vorabend hatten wir uns für eine ganztägige Inseltour an unserem ersten Tag entschieden und Emerson, unser Führer, holte uns im Hotel ab. Wie es schien, sprach Emerson recht gut englisch, erst mit der Zeit fanden wir heraus, dass er aber unser englisch kaum verstand. Aber irgendwie ging es schon. Wir stiegen in seinen Buggy, Thomas auf den Beifahrersitz und ich auf den Rücksitz, so dass ich über das Dach hinausschauen konnte. Wer es mag, das Haar im Wind wehen zu lassen, ist auf Fernando de Noronha richtig, einerseits weht immer ein recht kräftiger Wind, andererseits ist man auf dem Rücksitz von so einem Buggy zusätzlich dem Fahrtwind ausgesetzt, also Hut festhalten.

Morro do PicoWenn man in Fernando de Noronha aus dem Flugzeug steigt, fällt einem als erstes ein markanter Berg auf, der Morro do Pico. Auf unserer ersten Fahrt und von den ersten Aussichtspunkten aus, war dieser Berg sehr prominent zu sehen und er ist doch wirklich etwas besonderes, oder?

Die Insel ist etwa 10 Kilometer lang und hat eine einzige geteerte Strasse mit einer Länge von 7 Kilometern, die auch Transnoronha Hwy. genannt wird :-). Alle übrigen Strassen sind im Ort entweder gepflästert oder - ausserhalb der Orte - Naturstrassen. Dies ist aber einerlei, beides sind furchtbare Holperstrecken. Und in solchen Situationen bin ich ganz froh, dass ich gut gepolstert bin...

Emerson fuhr als erstes praktisch den ganzen Hwy. bis zum zum Hafen, weil die Tide dort grad gut sei, um zu schnorcheln. Er lächelte etwas, als er unsere Anzüge sah und meinte, dass sie nicht notwendig wären. Tatsächlich war das Wasser um die Insel herum sehr warm, als ich dann aber später die 2 Zentimeter Haut zwischen Anzug und Flossen begutachtete, insbesondere deren rote Verfärbung - trotz des Sonnenschutzmittels - war ich der Meinung, dass der Anzug wichtig war.

WasserschildkröteKaum im Wasser erblickten wir eine Schildkröte und gleich darauf "flog" ein kleiner gepunkteter Rochen elegant an uns vorbei. Viele farbige Fische tummelten sich im Hafenbecken und auch ein Wrack konnten wir eingehend besichtigen. Wer mich kennt, erwartet nun eigentlich ein Bild des kleinen Rochens links oder rechts des Textes. Leider gab es da eine Panne: Ich habe mir für diese Reise eine neue Unterwasserkamera gekauft, eine kleine Kamera, die RAW-Bilder produziert, mit einem Unterwassergehäuse. Leider konnte ich diese Kombination vorher nicht richtig testen, so merkte ich lange nicht, dass sich ein Rädchen am Gehäuse im Rucksack gedreht hatte und nun auf manueller Einstellung stand und bei fast allen Aufnahmen war die Belichtung viel zu hell und die meisten Aufnahmen waren unbrauchbar. Die Schildkröte konnte ich noch einigermassen retten. Dass ich mich deswegen geärgert habe, ist wohl verständlich.

Nach einiger Zeit stiegen wir wieder aus dem Wasser. Das Handling mit Kamera und Anzug ist im Sand nicht ganz einfach und dann kam auch noch dazu, dass sich eine Sohle von meinen Teva-Sandalen löste. Das ist doch skandalös, die Sandalen waren kaum 20 Jahre alt :-).

Emerson steuerte den Buggy durch die Strassen des Ortes, über eine steile mit Natursteinen gepflästerte Piste, die ganz schön holperte. In der Nähe der Kirche parkte er und wir nahmen den Weg zum Forte dos Romedios unter die Füsse, der am besten erhaltenen Festung, die von den Portugiesen zur Verteidigung der Insel erstellt wurde. Von da aus hatten wir einen wunderschönen Blick zum Morro do Pico und den umliegenden Stränden.

MuräneÜber Holperstrassen ging es dann weiter zur Praia da Conçeicao, wo wir wieder die Schnorchelausrüstung aktivierten. Am seitlichen Ende des Strandes, entlang einiger Felsbrocken führte unsere Route und diesmal sahen wir noch mehr und grössere Rochen, aber leider halt ohne Bild. Diese eleganten Tiere bleiben mir aber auch so im Gedächtnis. Immerhin entdeckte ich diese Muräne in einer Felsspalte und dafür war die Kamera grad richtig eingestellt.

Am Strand machten wir unsere Mittagspause mit einem Teller Crevetten und mit Emerson machten wir aus, dass er uns in einer Stunde wieder abholen soll. Wie in Brasilien üblich, sieht er das nicht so eng und tauchte nach 5/4 Stunden auf... Bei der Praia do Boldro machten wir nur einen kurzen Aussichtshalt.

Wir fuhren dann weiter zum "äusseren Meer" (bisher hatten wir nur das "innere Meer", d.h. die dem Festland von Brasilien zugekehrte Seite, gesehen. Bei einem Abstand zum Festland von ca. 300 km, sollte das doch kaum etwas ausmachen, meint man, die Strände sind aber doch anders und halt noch mehr den Naturgewalten ausgesetzt.

Prai do LeaoEs gibt in Brasilien vier 5-Sterne Strände (nach welchen Kriterien diese ausgesucht werden, weiss ich allerdings nicht), drei davon auf Fernando de Noronha. Die Praia do Leão gehört dazu. Vom Aussichtspunkt, den wir besuchten, kann ich aber die Schönheit durchaus bestätigen und da er nur mit einem längeren Fussmarsch zu erreichen ist, ist er sicher auch nicht überfüllt. Zudem ist er wegen der Brut der Meeresschildkröten während mehreren Monaten im Jahr ganz gesperrt. Die Aussicht ist grandios, einerseits auf den Beach, aber auch auf den Rest der Küste mit steil abfallenden Klippen und Gezeitenpools. Die Aussicht von Mirante das Caracas ist recht ähnlich wie beim Löwenstrand und auch ebenso schön.

Dos Hermanos, die beiden BrüderWir wechselten wieder die Seite auf der Insel und fuhren zur Praia da Cacimba do Padre. Auch ging es wieder bis zum Ende des RotfusstölpelStrandes zu Fuss und dann ins Wasser. Das Wasser um die "beiden Brüder" Dos Hermanos, zwei gleich vor der Küste stehende, vulkanische Inselchen, war diesmal das Ziel des Schnorchelausfluges. In Fernando de Noronha gibt es meines Wissens nicht allzuviele Korallenriffe, einzelne Korallen sieht man aber schon, aber das Spannende sind die Tiere, die da schwimmen, kriechen und fliegen. Die Ausbeute aus neuen Fischen war diesmal nicht sehr gross, aber dafür war es lustig, auch über dem Wasser alles zu beobachten: Noddies (Wasservögel, die es übrigens auch auf den Seychellen gab), Tölpel, aber auch Sally Lightfood Krebse, die wir von den Galapagos her kannten. Also auch wieder ein schöner Ausflug.

Baia do SanchoZwar waren wir schon langsam etwas müde, aber die Tour ging noch weiter und zwar zu den Aussichtspunkten der zwei anderen 5-Sterne Strände Baia do Sancho und Baia dos Porcos. Zur Baia do Sancho kommt man auf dem Landweg nur über eine Leiter mit anschliessender Treppe mit einer Höhendifferenz von ca. 70 Metern hin. Aber die Aussicht ist atemberaubend, fast so wie die bei der Baia dos Porcos. Auch einige Wasservögel, Noddies und Rot-Fuss-Tölpel, finden das und liessen sich auf den umliegenden Bäumen nieder.

Damit war die Tour abgeschlossen. Nach einer Portion Seafood-Spaghettis sank ich abends todmüde ins Bett und Jet-lag war kaum ein Thema mehr.

Sonntag, 27. September 2009 / Fernando de Noronha

Fregattvogel im FlugAm ersten Tag hat uns Ana auch eine Schiffstour der Küste entlang, mit Schnorchelmöglichkeit in der Baia do Sancho empfohlen. Möglicherweise sehen wir da auch Delfine, die sonst in der Baia dos Golfinhos sich ausruhen und sich dann auf den Weg zum den Jagdgründen begeben. Für diese Tour haben wir uns angemeldet und wurden vom Hotel aus abgeholt. Beim Hafen mussten wir noch etwas warten, bevor es losging und ich erfreute mich an den vielen Fregattvögeln, die über dem Hafen segelten. Erst später habe ich mitbekommen, dass von Schiffen aus hin und wieder ein paar Fischstücken geworfen wurden und deshalb die Fregattvögel so zahlreich sich versammelt hatten.

Das Schiff nahm zuerst Kurs auf einige der unbewohnten Inseln gleich neben der Hauptinsel, wo sich auch einige der besten Tauchgründe befinden. Dann kehrten wir um und fuhren der ganzen Küste des "inneren Meers" entlang und konnten die Strände, die wir am Tag zuvor besucht hatten, wiedererkennen. Wir fuhren auch an der Baia dos Golfinhos vorbei, aber es zeigten sich auf der ganzen Fahrt keine Delfine. Man offerierte uns, dass wir die Fahrt zu einem Spezialpreis wiederholen könnten, dafür hatten wir aber keine Zeit.

Spezielle KüstenlinieDie Fahrt ging bis zum Ende der Insel mit abwechselungsreicher Aussicht auf die Küste. Die Führerin machte uns auf die Felsformationen aufmerksam, die wie ein liegender Mensch aussahen.

Schildkröte Wir kehrten um und nahmen Kurs auf Baia do Sancho, wo schon zwei, drei andere Schiffe Halt gemacht hatten. Wir glitten ins Wasser und schon waren wir wieder in der wunderbaren Unterwasserwelt von Fernando de Noronha. Eine getüpfelte Muräne zog unsere Aufmerksamkeit auf sich. Wir schwammen etwas weg vom Schiff zu ein paar Felsen unter Wasser wo wiederum viele verschiedene Fische in allen Farben sich tummelten. Neben den Felsen, allerdings relativ tief auf dem Meeresboden, war ein Rochen auszumachen. Aus einer Felsspalte beobachteten mich die Augen einer jungen Schildkröte. Offenbar waren wir nicht sehr bedrohlich, denn sie löste sich aus der Spalte und glitt ruhig an uns vorbei und sie liess sich auch von meiner Verfolgung nicht beeinträchtigen.

Die 45 Minuten im Wasser vor Baia do Sancho waren nur zu schnell vorbei und wir mussten wieder an Bord klettern und wurden mit etwas gebratenem Fisch gestärkt.

Am Nachmittag machten wir uns zum "Hausstrand" unserer Pousada auf, der Baia do Sueste, ein paar hundert Meter zu Fuss den Hügel runter. Ein Teil dieser Bucht ist abgesperrt und den anderen Teil durften wir nur mit Schwimmweste aufsuchen. Das war echt mühsam, die Weste war mir zu gross und störte mich unheimlich. Zudem hatten wir nicht den besten Zeitpunkt für diese Bucht erwischt. Das Wasser war sehr trüb, hatte Strömungen und zum Teil auch ein recht hoher Wellengang. Dementsprechend war nicht so viel los unter Wasser, aber ein paar Fische und Schildkröten waren allemal da. Und, für einen Bruchteil einer Sekunde, sahen wir auch einen Hai. Thomas sah ihn sogar etwas länger, so dass wir beide sicher waren, dass es ein Hai war, kein allzugrosses Exemplar, vielleicht 1.5m lang. Es war aber zu kurz um ihn fotografieren zu können.

Das Essen im Hotel war zwar sehr gut, aber heute wollten wir mal anderswo essen gehen. Beide Reise-Bücher empfahlen das gleiche Restaurant für Fischspezialitäten, nämlich Ecologikus, und auch auch das Front-desk des Hotels empfahl dieses Restaurant. Eine kurze Taxifahrt vom Hotel entfernt, waren wir die ersten Gäste an diesem Abend. Das Menu war zweisprachig, aber das anwesende Personal sprach nicht englisch. Wir liessen es uns aber gut gehen mit der Spezialität des Hauses, der Meeresfrüchte-Synphonie.

Montag, 28. September 2009 / Fernando de Noronha

Praia de AtalaiaAna hatte uns auch den Ausflug zu den Tidal-Pools an der Praia de Atalaia empfohlen, wohin wir aber nur mit Führer gehen durften. Es dürfen auch nur jeweils 20 Leute gleichzeitig und bei Ebbe da sein.

Fabio, unser heutiger Führer (mit exzellentem Englisch), holte uns nach dem Frühstück ab und fuhr uns mit dem Buggy zum Parkplatz. Von da aus ging es etwa 3/4h zu Fuss zum Strand runter. Wir waren die letzten Besucher an diesem Tag, was einerseits den Nachteil hatte, dass bereits einige Brecher in die Pools eindrangen, andererseits aber den Vorteil, dass wir fast allein im Pool waren und auch viel länger als die normalen 20 Minuten bleiben durften.

Tidal Pool Die Tidal-Pools sind ein El Dorado für kleinere Fische, ganze Schwärme versteckten sich unter den Felsen. Aber auch sonst war die Fischvielfalt auf diesem kleinen Raum erstaunlich. Wir konnten uns kaum satt sehen.

Auf den Mittag hatten wir einen Buggy bestellt, damit wir am Nachmittag selbst einen Ausflug machen konnten. Fast eine Stunde zu früh kam der Anruf, dass das Buggy da sei. Wir machten uns mit Kreditkarte und Fahrausweis auf zur Rezeption. Es gab aber nichts Administratives zu erledigen und niemand wollte unseren Fahrausweis sehen. Ein Mitarbeiter zeigte uns bloss die wichtigsten Hebel und lies uns dann fahren (weit kommt man ja sowieso nicht :-)).

Franziska im BuggyDer Buggy war aber extrem klein. Ich selbst konnte nur mit gekrümmtem Rücken drin sitzten und Thomas hätte keine Chance gehabt, die Pedale zu bedienen. Auch für mich war das nicht ganz einfach, aber die Distanzen waren ja kurz und ich versuchte mich, in diesen gedrängten Verhältnissen über die holprigen Strassen zu fahren und im Getriebe zu rühren.

So machten wir uns nochmals auf zur Praia da Cacimba do Padre, wo wir am ersten Tag waren und wollten eigentlich nochmals um die zwei Brüder herumschnorcheln. Die Brandung war aber recht stark, so dass wir uns entschieden, dem Wegweiser zur Praia dos Porcos (einem der 5*-Strände) zu folgen. Es ging bloss über einen kleinen Hügel und schon war man an diesem kleinen, aber paradiesischen Strand.

Die Bucht ist durch Felsen etwas geschützt, so dass die Starke Brandung ihren Weg nicht bis ganz zum Strand fand. Der Einstieg war also angenehm.

FischschwarmIn dieser Bucht fanden wir einen riesigen Schwarm mit gelb-gestreiften Fischen, ich hatte das Gefühl, dass da über tausend Exemplare herumschwammen, meist alle in die gleiche Richtung, manchmal aber auch ein riesiges Durcheinander. Es gab natürlich auch vieles anderes zu sehen und müde stiegen wir nach vielleicht 1.5h aus dem Wasser.

Den Rest des Nachmittags verbrachte ich in unserer Hängematte auf der Terrasse unseres Bungalows.

Dienstag, 29. September 2009 / Fernando de Noronha - Flug nach Manaus

Damit unsere Schnorchelausrüstung nicht wieder nass wird, beschlossen wir, am heutigen Reisetag nicht nochmals ins Wasser zu gehen.

Baia dos GolfinhosWir standen aber bereits um 5 Uhr auf und machten uns mit unserem Buggy zur Baia dos Golfinhos, der Delfin Bucht, auf. Ein kurzer Spaziergang durch den Wald brachte uns an den Rand der Klippen, die über der Bucht thronen. Näher durfte man nicht an die Delfine. Trotzdem war es sehr eindrücklich. Durchschnittlich ruhen sich täglich 300 Delfine in dieser Bucht aus, an Spitzentagen können es aber fast 3'000 sein. Eine junge Dame sass auf einem Campingstuhl und zählte die Delfine, was. m.E. kein einfaches Unterfangen ist, sind sie doch dauernd in Bewegung und halt mehr unter als über dem Wasser.

Spinner Dolphins Spinner DolphinsImmerhin handelt es sich dabei um Spinner-Dolphins, die relativ oft spektakulär aus dem Wasser springen und es war ein unterhaltsames Schauspiel, diese Sprünge und Salti zu beobachten. Zum Fotografieren war es hingegen nicht einfach, wusste man doch nie, wo sich wieder ein Tier zeigen würde und zudem waren viele der Delfine relativ weit weg. Wir genossen die Delfin Bucht eine Weile und fuhren dann zurück in die Pousada.

Nach dem Frühstück fuhren wir mit dem Buggy ans andere Ende der Insel, zum Hai-Museum, der Information über die Schildkröten und zu weiteren Aussichtspunkten. Etwas Shopping musste ja auch noch sein.

Unser Flug ging kurz nach 16.00 Uhr und wir durften bis 14.00 Uhr im Zimmer bleiben. Die Leute von der Pousada übernahmen für uns das Einchecken. Allerdings kam der Mitarbeiter ganz aufgeregt zurück, dass jemand von uns mitkommen solle, weil wir für das Übergewicht nachzahlen müssen. Also doch. Ich ging mit und ich gab meine Kreditkarte und - soviel portugiesisch verstand ich - der Airline-Mitarbeiter konnte internationale Kreditkarten nicht annehmen. Ich wollte aber unser Bargeld nicht dafür einsetzten. Der Pousada-Mitarbeiter wollte hilfreich sein und über die Pousada mit Zuschlägen etwas organisierend. Das fand ich dann auch wieder nicht so toll. Der hilfreiche Mann war dann aber wiederum positiv hilfreich und brachte die Airline dazu, auf die Übergepäcktaxe zu verzichten (das Trinkgeld wurde anschliessend entsprechend angepasst), wir kamen also ein zweites Mal davon.

In Recife mussten wir umsteigen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten wir keinen Flug, der zur richtigen Zeit am angekündigten Gate abflog. Auch in Recife gab es einen Gatewechsel, der aber natürlich nur auf portugiesisch angekündigt wurde. Mit der Zeit verstanden wir aber die Flughafendurchsagen und konnten daraus unsere Flugnummer herausfiltern. Man konnte sich aber oft auch nicht auf die Anschriften auf den Gates verlassen. Es ist eigentlich ein Wunder, dass wir alle Flüge erwischt haben.

Von Recife aus - natürlich mit einer Stunde Verspätung und an einem anderen Gate abfliegend - flogen wir nach Manaus, mit zwei Zwischenhalten. Morgens um 2 Uhr - dachte ich - kamen wir in Manaus an. Es stellte sich aber heraus, dass es erst 1 Uhr war und wir nur eine Stunde Verspätung hatten. Am Flughafen wurden wir abgeholt und ins Hotel gebracht, das zum Glück nicht weit weg war. Ein langer Tag.

Ende des 1. Teils


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